Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger. Allen Frances warnt davor, die Wahl Trumps als Ausnahmefall oder Ausrutscher zu betrachten und nicht als Spiegelbild unserer Demokratie. Denn wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, was seine Wahl über den Zustand der USA aussagt. In der Psychiatrie wird eine Wahnidee oder ein Irrglaube als eine tief sitzende, abwegige Überzeugung definiert. Und an genau solchen wahnhaften Überzeugungen hält die amerikanische Gesellschaft fest - aber auch viele andere westliche Gesellschaften. Lieber begegnen wir der bedrohlichen Realität mit Verleugnung, Wunschdenken und abwegigen Verhaltensweisen. Doch die Einsicht, dass wir uns selbst ein tiefes Loch graben, ist der erste und unerlässliche Schritt, um aus ihm herauszuklettern.
Der Job eines Psychiaters ist es, Patienten zu helfen, aus ihren Fehlern zu lernen, das Irrationale ihres Denkens freizulegen und den Teufelskreis selbstzerstörerischen Verhaltens zu beenden. Diesen Heilungsprozess braucht nicht nur der Einzelne, sondern die gesamte westliche Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2018
Jürgen Wilzewski ist ein bisschen enttäuscht angesichts der Ergebnisse des Buches von Allen Frances. Dass der amerikanische Psychiater Trump keine Geisteskrankheit diagnostizieren möchte, ist für Wilzewski dabei nicht so sehr das Problem. Dass der Autor seiner Folgerung, wahnhaft sei eher das Wahlvolk, keine überzeugenden beziehungsweise neuen Antworten auf die Frage nach den Hintergründen für Trumps Wahlsieg folgen lässt, findet der Rezensent allerdings schade. Lesenswert nämlich findet er die psychiatrischen Betrachtungen des Autors allemal, nur eben nicht seine politische Diskursanalyse. Für Wilzewski ein Zeichen für die Schwere der gesellschaftlichen Krise in den USA.
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