Almut Höfert

Kaisertum und Kalifat

Der imperiale Monotheismus im Früh- und Hochmittelalter
Cover: Kaisertum und Kalifat
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2015
ISBN 9783593502830
Broschiert, 645 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

'Trennung von Staat und Kirche im Okzident' versus 'Verschmelzung von Politik und Religion in Byzanz und im Islam': Mit diesen Attributen beschrieb man bislang häufig die globalgeschichtlichen Unterschiede zwischen Europa und dem Nahen Osten im Mittelalter. Almut Höfert wendet sich gegen diese tradierte Vorstellung. In einem Bogen von der Spätantike bis zum Hochmittelalter befasst sie sich mit der Frage, wie das moderne, eurozentristische Konzept von Religion auf vormoderne Verhältnisse angewendet werden kann. Ihre zentrale These lautet: Das römisch-byzantinische Kaisertum, das umayyadisch-abbasidische Kalifat sowie die karolingisch-ottonische Kaiserherrschaft und das Papsttum entwickelten das spätantike Herrschaftsprinzip des imperialen Monotheismus in verschiedenen, konfliktträchtigen Varianten weiter. Karl der Große erscheint in dieser Perspektive nicht als der Begründer eines einzigartigen Europas, sondern - gemeinsam mit den Kalifen - in der Tradition der Spätantike.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2015

Almut Höfert versucht in ihrem Buch "Kaisertum und Kalifat" eine Verbreitung der Idee des "monotheistischen Imperialismus" von der Kaiserzeit Konstantins an auch über die Grenzen der latinisierten, christlichen Welt hinaus nachzuweisen, berichtet Michael Borgolte. Als Islamwissenschaftlerin hat Höfert der bisherigen Forschung auf diesem Gebiet besonders die Kenntnis der arabischen Quellen voraus, und tatsächlich sind einige ideengeschichtliche Parallelen, die sie aufdeckt, ziemlich spannend, findet der Rezensent. Leider opfert die Autorin der Kohärenz ihrer Theorie allerdings deren historische Integrität, kritisiert Borgolte. Die historische Studie müsste sich stärker an der damaligen Praxis orientieren und die jeweiligen kulturellen Unterschiede stärker im Blick behalten, um tatsächliche Einflüsse nachweisen zu können, so der Rezensent.
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