Die in Mystik im Kontext aus den vergangenen zehn Jahren versammelten Studien entspringen einer doppelten Intention der mystischen Texte selbst. Diese sind zunächst nicht denk- und deutbar ohne ihre religiösen Einbettungen in bekenntnishaft-rituelle, glaubensmäßig-spirituelle, konkret-soziale und existentielle Lebens- und Denkformen, denen gegenüber sie sich zustimmend oder ablehnend verhalten. So oder so hat die mystische Erfahrung einen Gegenstand (und sei es das genauer zu deutende Nichts' Gottes selbst). All das bildet den mehr oder weniger bestimmenden religiös-konfessionellen' Kontext. Ihn bei der Deutung von mystischen Texten zu vernachlässigen kann verheerend sein, weil dabei Selbstverständlichkeiten missdeutet oder Gesten des Protests gegen die kirchlich-religiöse Institution übersehen werden können...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2004
Wer Mystik immer nur als Evasion und Weltflucht versteht, versteht sie falsch. Das konnte man, so der Rezensent (Kürzel "mim"), schon vor diesem Aufsatzband des eminenten Mystik-Experten Alois M. Haas wissen, hier aber werde es vielleicht schlagend wie nie vorgeführt. Der Autor fragt ganz gezielt nach der die Mystik kontextualisierenden "konkreten, oft konflikthaften Einbindung in spirituelle, rituelle, soziale und existenzielle Formen des Lebens und Denkens ihrer Zeit". Die Spannung ergibt sich gerade aus der Konfrontation von Eingebundenheit und erstrebter Einheit mit Gott. Aber auch neueren Formen einer "a-theistischen" Mystik hat sich Haas gewidmet.
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