Aus dem Französischen von Brigitte Große. Die 17-jährige Tochter des Grafen Neville gibt Anlass zur Sorge. Eines Nachts läuft sie von zu Hause davon und wird im Wald halberfroren von einer Wahrsagerin aufgefunden. Als der Vater das Mädchen abholt, prophezeit ihm die Hellseherin, er werde demnächst einen Menschen töten. Die Tochter macht sich diese Weissagung zunutze. Sie versucht den Vater davon zu überzeugen, dass sie das perfekte Opfer ist. Ein Märchen voller böser Vorzeichen und doch mit einem Happy End.
Bei so viel Naivität vergeht Rezensentin Ursula März selbst die Lust zur Kritik an Amelie Nothombs neuen Roman "Töte mich". Denn die Geschichte um einen bankrotten Grafen, der ein letztes Gartenfest auf seinem belgischen Familienschloss geben will, eine Nacht zuvor von einer Wahrsagerin erfährt, dass er einen der Gäste ermorden wird und mit seiner depressiven Tochter Serieuse in "existenzphilosophischen" Dialogen über den moralischen Konflikt diskutiert, erscheint ihr so altbacken und "daneben", dass die Kritikerin kaum glauben mag, dass der Roman im Jahre 2014 spielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2017
Rezensentin Julia Bähr fühlt sich charmant überzeugt von so ziemlich allem durch die Erzählkunst der Amélie Nothomb. Sogar den haarsträubenden Umstand, dass ein Adliger erwägt, seine Tochter zu töten, weil eine Wahrsagerin ihm einen Mord prophezeite, vermag die Autorin Bähr dank ihres feinen Witzes und ihrer "wundervollen" Sätze nachvollziehbar zu vermitteln. Brigitte Großes Übersetzung lobt die Rezensentin wegen ihrer großen Leichtigkeit.
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