Die Rose von Nischapur
Roman

C.H. Beck Verlag, München 2024
ISBN
9783406822322
Gebunden, 239 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Persischen von Jutta Himmelreich. Seit Jahren hat der junge Engländer David einen Traum: Er möchte Iran bereisen, die Heimat seines Lieblingsdichters Omar Khayyam. Doch das Land ist nach dem Arabischen Frühling noch immer schwer erschüttert - für Reisende aus dem Westen ist höchste Vorsicht geboten. Durch eine Zufallsbekanntschaft mit dem iranischen Schriftsteller Nader, der ihn zu sich nach Teheran einlädt, wird sein Traum endlich Wirklichkeit. Gemeinsam mit Nader und dessen Freundin Nastaran erkundet David die geheimnisvollen Ecken dieser aufregenden und zugleich gebeutelten Stadt. Alle drei verehren sie den persischen Klassiker Khayyam und finden in ihren leidenschaftlichen Gesprächen über ihn und seine Lebensphilosophie schnell zu einer tiefen Verbundenheit. Doch was passiert mit einer Freundschaft, wenn sie zu intim wird? "Die Rose von Nischapur" ist ein Roman über die Vielfalt menschlicher Beziehungen vor dem Hintergrund eines autoriäten Regimes.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.11.2024
Klug auf den Spuren von Pasolinis Film "Teorema" wandelt laut Rezensent Ingo Arend Amir Hassan Cheheltans neuer Roman. Es geht, lesen wir, um David, einen Engländer, der, fasziniert vom persischen Dichter Omar Khayyam, in den Iran reist und sich dort bei dem Paar Nader und Nastaran einmietet. Nader will anders als seine Freundin kein bürgerliches Leben führen, Davids Anwesenheit erlebt er, setzt die Zusammenfassung fort, als Befreiung. So weit so "Teorema", aber Cheheltan belasse es nicht bei der Erfüllung einer Formel, vielmehr bringt sein Buch außerdem, vermittels Khayyam, Geistesgeschichte ins Spiel und kommentiert außerdem den repressiven Alltag im islamistischen Iran. Deutlich wird dabei laut Arend der Kontrast zwischen dem Hedonismus, den der Dichter einst predigte und dem gegenwärtigen Zwangsregime. Da das alles auch noch kaltblütig in einem Spannungsplot auserzählt und von Jutta Himmelreich sehr gut übersetzt ist, kann der Rezensent das Buch abschließend nur wärmstens empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.11.2024
Rezensentin Susan Vahabzadeh bewundert den Mut des Autors Amir Hassan Cheheltan, trotz großem Risiko weiterhin im Iran zu leben: Seine Bücher können dort nicht mehr erscheinen, für deutsche Leser allerdings einen wichtigen Einblick in die persische Kultur bieten. Dieser neue Roman handelt von dem Paar Nader und Nastaran, die in ihrer Heimat Teheran von dem Engländer David besucht werden, es entwickelt sich eine Dreierbeziehung, so Vahabzadeh, die dabei auch viel über das "verborgene Leben von Teheran" erfährt, das im Westen unbekannt ist. Dass man so viel lernt, ist der Kritikerin zufolge der Handlung zwar nicht immer zuträglich, aber doch interessant, so wird der Gelehrte Omar Khayyam aus dem 11. Jahrhundert zu einem Ankerpunkt, über ihn lernen sich Nader und David kennen. In diesem Buch lernt die Kritikerin überzeugend, wie "Liebe zerbrechlich macht" und spürt, dass diese Empfindsamkeit ein Grund sein könnte, dass der Schriftsteller den Iran nicht verlässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024
Rezensentin Lena Bopp liest die Romane von Amir Hassan Cheheltan auch als Fenster zu der ihr ansonsten verschlossenen iranischen Welt: In diesem Fall geht es um den persischen Dichter Omar Khayyam, der im elften Jahrhundert gelebt hat. Der Protagonist David, ein Brite, ist fasziniert von ihm und reist zu dem Paar Nader und Nastaran nach Teheran, lesen wir. Es entspannt sich eine Dreiecksbeziehung mit homoerotischen, märchenhaften und krimihaften Anklägen, berichtet die überzeugte Bopp. Auch Kritik an der Religion und den herrschenden Zuständen im Iran spielen eine wichtige Rolle, so die Kritikerin, der sich daraus erschließt, weshalb Cheheltans Romane schon seit langem nicht mehr in seinem Heimatland erscheinen können. Den nüchternen Stil findet sie passend, dass sich Teile des Buches "wie literaturhistorische Seminare" lesen, kann sie insgesamt gut verzeihen.