Said

Ein vibrierendes Kind

Erinnerungen an eine persische Kindheit
Cover: Ein vibrierendes Kind
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406781599
Gebunden, 272 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Michael Scholz. Noch während der Schwangerschaft seiner Mutter, die damals erst vierzehn Jahre alt war, trennten sich die Eltern des 1947 in Teheran geborenen Schriftstellers SAID, der später sein Zuhause in Deutschland und seine literarische Heimat in der deutschen Sprache fand. Bis 1965 lebte SAID im Iran, in der Fürsorge seines Vaters, der Großmutter, von Tanten und Gefährtinnen seines Vaters, eines Offiziers der persischen Armee. In seinem nachgelassenen Roman Ein vibrierendes Kind, Gegenstück zu Landschaften einer fernen Mutter, erzählt SAID von seiner Kindheit und Jugend, von Teheran und Iran zwischen 1947 und 1965, vom Vater, der viel unterwegs ist, sich aber liebevoll um seinen Sohn kümmert, von der herrischen Großmutter, von einer Welt und Gesellschaft, die so nicht mehr existiert. In seinem typisch lakonischen, poetischen, einfach gehaltenen, aber sehr bildreichen Stil, in kurzen, eindrücklichen Szenen vom Aufwachsen, von Ausflügen und Streifzügen, von Schulzeit und erster Liebe, entwirft SAID ein Tableau seines Lebensanfangs, bis er das Land, letztlich für immer, auf Anraten seines Vaters verlässt. SAID wird ihn nie wiedersehen. Der Roman ist eine Hommage an den sehr verständnisvoll wirkenden Vater, der sein Kind immer zu schützen und zu unterstützen versuchte. Die gesellschaftliche und politische Realität fließt immer wieder mit ein und so ist dieser Roman auch ein faszinierendes Zeitdokument.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2022

Rezensent Mirko Bonné lässt sich vom iranisch-deutschen Dichter SAID ins Teheran der fünfziger und sechziger Jahre entführen. SAIDs Kindheit und Jugend, erste sexuelle Erfahrungen, das Einwirken von Moral, Glauben, Konsum und des Vaters auf die Entwicklung des Kindes zum Dichter werden für Bonné nachvollziehbar. Die knappen, mal "reportageartigen", mal poetischen Stücke über Dinge, Menschen und Ereignisse ergeben für den Rezensenten das lebendige Bilderbuch einer vergangenen Zeit. Das "profunde" Nachwort von Michael Scholz liefert ihm dazu Wissenswertes über die unerschütterliche "dialogische Haltung" des Autors.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.07.2022

Rezensent Christian Metz empfiehlt die Kindheitserinnerungen des Dichters SAID. So knapp und treffend lässt der Autor das Schwierige leicht klingen, dass Metz fast vergisst, dass er sich lesend in einer fremden Erinnerungswelt bewegt. Ob Ehedramen, das Aufwachsen mit Ersatzmüttern oder Kindheitsfantasien, SAID vermittelt in diesen Prosa-Miniaturen eine persische Kindheit präzise und einprägsam, findet Metz. Dass die Texte nicht frei sind von Klischees, kann der Rezensent diesem Autor verzeihen. Leben ist schließlich auch nicht frei von Stereotypen, so Metz.

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