Lilly ist neun, als ihre Eltern beschließen, das kleine ostfriesische Dorf, in dem sie geboren wurde, zu verlassen und dorthin zurückzukehren, wo sie herkommen: Teheran, Iran. Dort versteht Lilly die Welt nicht mehr: Nicht die prächtigen Villen mit Kristalllüstern, nicht die zahlreiche persische Verwandtschaft, die das ihr unverständliche Farsi spricht, nicht die Eltern, die sie plötzlich nicht mehr Fahrrad fahren lassen. Aber Lilly passt sich nicht an, ihr bleibt ihr Eigensinn und die Wut, von den Eltern in eine fremde Welt verschleppt worden zu sein. Dann verlässt eines Tages der Schah das Land, Bomben fallen auf Teheran und Chomeinis Sittenwächter dringen auch in die abgeschlossene Welt der persischen Oberschicht ein. Was Lilly bleibt, ist die Sehnsucht nach Deutschland, nach Abendbrot, Fahrradfahrten und Apfelbäumen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2013
Joseph Hanimann kann mit Wäis Kianis Debütroman "Hinter dem Mond" absolut nichts anfangen. Sie schreibt darin aus der Perspektive eines kleinen Mädchens, das mit seinen Eltern aus Ostfriesland in den Iran zieht, das Herkunftsland der Eltern. Dort schafft sie es nicht, sich einzufügen und zieht schlussendlich mit ihrem Vater zurück nach Deutschland. Hanimann hat einiges auszusetzen: die Charaktere findet er schablonenartig, eine Entwicklung der Protagonistin über die sieben Jahre, die der Roman umfasst, findet ihm zufolge nicht statt. Vieles scheint ihm aus der gängigen Jugendliteratur entnommen und ungenügend zusammengesetzt. Nur das Ende des Romans ließe sich als ironische Brechung deuten, die käme ihm aber ein paar hundert Seiten zu spät. Lieber läse Hanimann Kolumnen und Reportagen der Autorin.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…