Chaos als Normalität - Israel befindet sich in seiner schwierigsten Phase seit der Staatsgründung. Nur ein Wunder scheint noch helfen zu können. Die alten Werte sind verloren; geblieben sind Resignation und Leere im "Traumland". Amnon Noy will zum Nachdenken provozieren. Er ruft nicht nach Zustimmung, sondern nach Verständnis. Sein sehr persönlicher Dialog mit dem jüdisch-israelischen Schicksal der Gegenwart beleuchtet viele Facetten des israelischen Alltags - gewürzt mit einer Prise Humor und Zynismus. Es geht ihm letztlich um die Suche nach der Vernunft, die in den Emotionen der Konflikte ganz zu verschwinden droht.
Das Buch des Politikwissenschaftlers Amnon Noy lohne sich für alle, die wissen wollen, wie das Leben in Israel aussehe, empfiehlt die Rezensentin Gisela Dachs. Sie schildert, das der Autor sich in der Form eines Tagebuches mit den Ereignissen in der Zeit von 2000 bis April 2002 auseinandersetzt. Noy sei Deutschlandkenner, der den "typisch deutschen Besserwisser in Sachen Nahost" gleich mit in seine Argumentation einbeziehe. Hochaktuelle Themen wie beispielsweise die palästinensische Flüchtlingspolitik, der Fall Asmi Bishara, Wahlkampf, Terror, Religion oder Friedensdialoge kämen zur Sprache. Allerdings beklagt die Rezensentin das mangelndes Lektorat des Buches, da manche Stichworte wie "Jäckes" eher schlampig erklärt würden. In einem Plauderton skizziere Noys ein Porträt "einer Gesellschaft in Not, die nach wie vor ihren Weg sucht, auch wenn dies nicht immer verstanden wird".
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