Für Israel wären iranische Nuklearwaffen eine existenzielle Bedrohung. Jerusalem hat mehrfach mit Präventivschlägen gegen Teherans Nuklearprogramm gedroht. In der israelischen Abschreckungslogik dienen sie der frühzeitigen Eskalationskontrolle. Obwohl der Iran die "roten Linien" Israels überschritten hat, ist ein Angriff bisher jedoch ausgeblieben. Welche Bestimmungsfaktoren entscheiden, wann ein israelischer Präventivschlag wahrscheinlich wird? Aus konstruktivistischer, liberaler und neorealistischer Perspektive werden plausible Bedingungen für einen Präventivschlag Israels gegen die iranischen Nuklearanlagen abgeleitet. Verschiedene Angriffsszenarien werden diskutiert und auf ihre Erfolgswahrscheinlichkeit untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2018
Lorenz Hemicker erfährt bei Nico Fuhrig und Kevin Kälker, was gegen einen israelischen Präventivschlag spricht. Das bereits 2017 erschienene Buch besticht laut Rezensent sowohl im politikwissenschaftlichen als auch im militärtheoretischen Teil durch eingehende und kenntnisreiche Analysen. Nicht nur das Fehlen diplomatischer Unterstützung für einen Militärschlag führen die Autoren ins Feld, auch die Unwahrscheinlichkeit eines eindeutigen Votums im israelischen Sicherheitskabinett können sie überzeugend darlegen, meint Hemicker. Dass die Autoren Trumps Iran-Kurs nicht mehr berücksichtigen konnten, möchte der Rezensent dem Buch nicht anlasten, ebensowenig den Umstand, dass der Band für ein Fachpublikum geschrieben wurde. Die Mühe, sich in den wissenschaftlichen Stil einzulesen, hält Hemicker für lohnend. Den Leser erwarte eine dichte, aufschlussreiche Analyse.
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