Was die Religion dem Gläubigen bereithält, muss dem Atheisten nicht verwehrt sein. Werte, Spiritualität und Trost gibt es auch jenseits von Gott. Ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft und all jenen, die nicht glauben möchten oder können, neue Wege eröffnet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2008
Dass ein Wort wie "Glauben" Missverständnisse zu provozieren imstande ist, weiß Clemens Klünemann ganz genau. Wenn Andre Comte-Sponville hier "ohne Häme" ausholt, Spiritualität ohne Gott zu denken, spitzt der Rezensent also die Ohren. Leider muss er feststellen, dass der Autor die Lücke, die die Quintessenz seines Buches hinterlässt, der Glaube sei überflüssig wie ein Kropf, da die Freiheit des Geistes mehr wiege, als die Freiheit des religiösen Glaubens, nicht wirklich füllen kann. Die im Buch zu findende Antwort auf die Frage, wie eine Spiritualität ohne Gott aussehen könnte, erscheint Klünemann jedenfalls unbefriedigend. Als rein diesseitiges Phänomen möchte er sie sich dann doch nicht vorstellen müssen. Für Klünemann steht am Ende fest: Stark ist der Band in seinem Aufruf zu religiöser Emanzipation, schwach dagegen, weil er diese begreift als Streben nach umfassender Indifferenz.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…