René Guénon

Die Krise der modernen Welt

Cover: Die Krise der modernen Welt
Matthes und Seitz, Berlin 2020
ISBN 9783957578518
Gebunden, 190 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulrich Kunzmann. In der spirituellen und kontemplativen Unbehaustheit der modernen westlichen Welt erkennt René Guénon eine Leerstelle, die nur der Osten zu füllen vermag, indem er dem Westen zu einer Rückbesinnung auf die eigenen Traditionen verhilft. Wahre Erkenntnis lässt sich nicht über den Intellekt, die Ratio oder den Diskurs erlangen, sondern ist das Produkt eines Sich-Einlassens auf das Unwandelbare. Nur das Bewusstsein eines höheren Prinzips erlaubt die Über windung der Fragmentierung, die in allen Lebensbereichen, vor allem aber auch in den Wissenschaften des modernen Westens, Einzug gehalten hat. Die moderne Philosophie hat keinen Erkenntnisgewinn aufzuweisen, denn sie besteht nur aus Mehrdeutigkeiten und schlecht gestellten Fragen. In seiner Kritik des Individualismus ist Guénon brandaktuell: Leidenschaftlich wendet er sich gegen das Streben nach Profitmaximierung, materiellem Fortschritt und individueller Selbstverwirklichung.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.02.2021

Rezensent Wolf Lepenies nimmt die Neuausgabe von René Guénons Buch von 1927 zum Anlass, um die "faszinierende" Wirkungsgeschichte des Mystikers und Philosophen zu erkunden. Wie der "Außenseiter" im Wissenschaftsbetrieb und seine Kritik des Westens nach dem Ersten Weltkrieg zum Leitbild von faschistisch orientierten Autoren wie Julius Evola wurden, erläutert Lepenies ebenso wie er die Ideen aus "Der Krise der modernen Welt" in den Protesten der Gilets Jaunes wiederentdeckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2020

Rezensent Diethard Sawicki kann etwas anfangen mit René Guénons Schrift zur "Die Krise der modernen Welt". Die Krise fing für Guénon eigentlich mit dem kritischen Denken selbst an, erklärt Sawicki, nämlich in der philosophischen Hochzeit des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeit, als in Griechenland, China und Indien die Philosophie begann und sich das Mythisch-Spirituelle vom Profanen trennte. Seitdem sei unsere Zeit spirituell tot, informiert Sawicki recht trocken, reiner Kommerz und Pöbelherrschaft. Wenn Guénon nur noch in Katholizismus und Sufismus Reste der alten Tradition entdeckt, kann der Rezensent nur nachsichtig lächeln, aber der Gedanke, dass sich die Demokratiefeinde von heute in stiller Andacht versenkten, heitert dieses Lächeln geradezu auf.

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