Aus dem Italienischen und mit Kommentaren von Peter Kammerer. "Wenn einer zwei Hühner isst und der andere keins, so macht das statistisch ein Huhn pro Kopf" - dies die überzeugende Vorwarnung Camilleris angesichts seines Versuchs, den Italiener zu portraitieren. Dennoch unternimmt er es. Entstanden ist eine lesenswerte Beschreibung von Widersprüchen: der Faschismus als Einiger der Nation, die Teilchen des großen Physikers Majorana ebenso wie ihre Antimaterie als Symbol einer seltsamen Identitätsstiftung, das kurze Gedächtnis, der Wettlauf zum Sieger, das Ideal des Motorino ein ironisches, heiteres, giftiges Portrait des heutigen Italieners.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.05.2010
Rezensent Henning Klüver stellt sich gemeinsam mit Andrea Camilleri die zugegeben an sich recht "dumme" Frage, ob Italiener gute Menschen seien, findet aber in dessen Buch "Was ist ein Italiener?" nicht nur ironisch-geistreiche, sondern auch historisch fundierte Antworten. Bei seinem Versuch, "über die langen Wellen des Volkscharakters" zu surfen, dürfe durchaus gelacht werden, damit das aber nicht an den falschen Stellen passiere und man nicht in die Rassismusfalle gerate, helfen die erläuternden Kommentare des Soziologieprofessors Peter Kammerer, so der vergnügte Rezensent.
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