Aus dem Italienischen von Karin Krieger und Moritz Rauchhaus. Der Palermo-Besucher traut sich nicht mehr aus dem Hotel heraus, kein Wunder nach dem abenteuerlichen Landeanflug und dem scheußlichen Weg vom Flughafen, vorbei an Schwarzbauten und Schauplätzen von Mafiamorden ... Doch Roberto Alajmo, chaosresistenter Palermitaner, nimmt den Reisenden bei der Hand - und zeigt, warum es sich lohnt, seine widersprüchliche, atemberaubend schöne Heimatstadt am letzten, oft übersehenen Zipfel Europas zu erkunden. In zwölf Kapiteln entführt Alajmo ironisch-anekdotisch zu berühmten Monumenten und Märkten, kommentiert die wechselvolle Geschichte Siziliens mitsamt gängiger Stereotype, erklärt kulinarische Eigenheiten und überlebenssichernde Blicktechniken.Er erzählt von den Einheimischen, ihrem zufriedenen Pessimismus, ihrem vertrauten Umgang mit den Toten - und ihrem seltsamen Verhältnis zum Meer: Denn darauf pfeifen die Palermitaner mit der gleichen Arroganz, mit der sich ein Reicher die Zigarre an einem Geldschein anzündet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2021
Rezensent Andreas Rossmann empfiehlt Roberto Alajmos Palermo-Reiseführer als Klassiker. Wie der Autor, intimer Kenner der Stadt, in seinem Buch die Stadt wie eine Zwiebel schält und Schicht um Schicht ihre architektonischen, kulinarischen und künstlerischen Verlockungen freilegt und gegen die gängigen Voruteile (Mafia, Müll, Chaos) ausspielt, findet Rossmann stark, überzeugend. Die aktualisierte Neuauflage nimmt sich des jüngeren Wandels der Stadt zum Besseren an, handelt laut Rezensent aber manche Themen (Antimafia) allzu pauschal ab. Als Cicerone Palermos dennoch unverzichtbar, meint er.
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