Aus dem Englischen von Yvonne Eglinger. Wie aus dem Nichts tritt die achtzehnjährige Nim in Jules' Leben. Im Nachtclub von Jules' Ex-Mann Leon schmeißt sie bald die Bar und wirkt auch sonst viel souveräner, viel unabhängiger als andere Frauen ihres Alters. Allen Warnungen zum Trotz lässt sie sich heimlich mit Leon ein - und wird bald schwanger. Während Nim davor zurückschreckt, Mutter zu werden, keimt in Jules die fast begrabene Sehnsucht nach einem Kind wieder auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.01.2026
Rezensentin Sylvia Staude staunt über die Intensität in diesem Roman von Saba Sams, einer premierten "Young British Novelist". Intensität und auch die Kunst, ihren Figuren nicht zu nah zu kommen, etwa in Sexszenen, beherrscht die junge Autorin laut Staude jedenfalls. Die Story um eine 18-jährige Frau, die ihr Baby in die Obhut einer etwas älteren Frau gibt, die gleichfalls der britischen Unterschicht angehört, wie Staude anmerkt, besticht für die Rezensentin durch schillernde, doch realistische Figuren, feine filmische Beschreibungen, eine durch die Zeit springende Handlung und gut transportierte Stimmungen. Auch sprachlich findet Staude das Buch überzeugend.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.11.2025
Mit ihrem ersten Roman bewegt sich die britische Jungautorin auf dem gleichen hohen Niveau wie ihre gefeierten Kurzgeschichten, meint Rezensent Simon Sahner. Entlang des Themas Mutterschaft erzählt Sams vordergründig eine Dreiecksgeschichte um die Clubmanagerin Jules mit glühendem Kinderwunsch, die von ihrem nachlässigen und untreuen Partner Leon nicht schwanger wird, bis die junge Kollegin und Affäre von Leon hier Abhilfe verschafft und gleichzeitig Jules in ihren Bann zieht - emotionale Turbulenzen sind vorprogrammiert, so Sahner. Wie die Autorin sich auf diese Haupterzählung konzentriert, dabei aber auch andere Mutter-Kind-Beziehungen in den Blick nimmt, findet der Kritiker bemerkenswert. Gut gefällt ihm außerdem, wie Sams ihre Figuren zwar in einer prekären Lebensrealität verortet, sie mit harten Jobs und Nöten kämpfen lässt, aber gleichzeitig "solidarisch, empathisch und einander zugewandt" zeichnet. Nach unzähligen konsequent zynischen Männer-Geschichten dieser Art eine willkommene Abwechslung, die "weder naiv noch romantisch" gerät, sondern Hoffnung macht, schließt der Kritiker anerkennend.
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