Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Dies ist die Geschichte einer Emanzipation und zugleich ein Bericht über die letzten Tage der Sklaverei. Jamaika, Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie war einst Haussklavin auf der Zuckerplantage Amity und hat bewegte Zeiten hinter sich. Nun, viele Jahre nachdem sich ihre Brüder und Schwestern die Freiheit mit Blut erkauften, drängt es die betagte Miss July ihrem Sohn, einem angesehenen Verleger, die Geschichte ihres Lebens zu offenbaren - und ihm zu erklären, warum sie gezwungen war, ihn als Säugling auf den Stufen einer Pfarrei auszusetzen. So beginnt sie mit großer Lust am Fabulieren von jener Zeit zu erzählen, als sie die rechte Hand der Missus auf der Plantage war. Bis der junge Goodwin seine Arbeit als Aufseher aufnahm und für July ein Leben unter anderen Vorzeichen anfing.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2011
Ein Roman über die Sklaverei, der mit Witz erzählt ist und am Ende sogar ein Happy End aufweist? Das muss doch Kitsch sein, oder? Keineswegs, versichert Rezensentin Margret Fetzer. Die in England geborene, von jamaikanischen Eltern abstammende Autorin Andrea Levy hat der Skalvin July eine Lebensgeschichte erfunden - die diese im Buch selbst erzählt - die weder Vergewaltigung noch Ausbeutung verschweige, aber July auch immer wieder als Person zeichne, die ihren Herrschaften gern eins auswischt. Statt dem deprimierenden Bild einer Erniedrigten und Geknechteten entsteht so für Fetzer das Porträt einer Frau, die ihre Knechtschaft immer wieder mit subversiven Streichen gegen die Herrschaft durchbricht. Das Buch wurde übrigens in Großbritannien mit dem Walter Scott Prize for historical fiction ausgezeichnet, lesen wir noch.
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