Die ästhetische Dimension des Brauchbaren zu unterschätzen, hat eine lange Tradition. Aber weder ist die Form einfach durch die Funktion determiniert, noch folgt sie logisch aus ihr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2002
Als einen seltenen Fall von alltagstauglicher Kulturkritik" lobt Rezensent Thomas Steinfeld die Schrift des in Norwich lehrende Philosophen Andreas Dorschel zur ästhetischen Moderne, die im "form follows function" ihr Ideal gefunden hat. Steinfeld liest Dorschels Schrift als einen Angriff auf diese volkstümlich gewordene Lehre von der Schönheit des Funktionellen. Und seiner Meinung nach bleibt am Ende auch wenig davon übrig - ebensowenig wie vom dazugehörigen Glauben an das Design, an die "Verkunstung" des gewöhnlichen Lebens durch ausgewählte Industrieprodukte. Und was Steinfeld am meisten beeindruckt, ist, dass fast nebenbei "nicht nur eine kleine Theorie des Kunstschönen" entstehe, "sondern auch eine Kritik am asketischen Ideal der Moderne, dem Ideal einer distanzierten Freiheit, "die sich den älteren Idealen von Sicherheit, Stabilität und Gastfreundschaft sehr zu Unrecht überlegen dünkt."
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