Mit 5 Abbildungen. Am Beispiel Tanzanias stellt Andreas Eckert jene Afrikaner in den Mittelpunkt, die zunächst Funktionen im kolonialen Staatsapparat ausübten und dann - mit der Unabhängigkeit - das Erbe der europäischen Kolonialherren an der Spitze des Staates antraten. Die afrikanischen Verwaltungsmitarbeiter nahmen in der kolonialen Ordnung eine zentrale Rolle ein und agierten als Mittler und Übersetzer zwischen Kolonisierenden und Kolonisierten. Diese Position eröffnete ihnen neue Handlungsspielräume und Möglichkeiten, die weit über das hinausgingen, was die kolonialen Organigramme ihnen als Tätigkeitsfelder zuwiesen. Vor dem Hintergrund ihrer enorm heterogenen Erfahrungen, Verhaltensweisen und Handlungsspielräume schreibt der Autor eine politische Geschichte Tanzanias über einen Zeitraum von rund fünfzig Jahren.
"Gut geschrieben und sehr plastisch" findet Rezensent Michael Epkenhans diese Studie, deren Autor Andreas Eckert er als einen der besten Kenner der Geschichte Afrikas vorstellt. Am Beispiel der zunächst deutschen, dann britischen Kolonie Tansania versuche er, die lange Entwicklung nachzuzeichnen, die aus seiner Sicht für die heutigen afrikanischen Verhältnisse verantwortlich sei. Sowohl der Quellenreichtum als auch die zahlreichen Interviews mit afrikanischen Zeitzeugen tragen aus Sicht des Rezensenten zur beeindruckenden Qualität dieser Studie bei, die Zusammenhänge mustergültig aufzeige und so viel Verständnis für den "geschundenen Kontinent" beim Rezensenten wecken konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2007
Instruktiv findet Rezensent Hans Jochen Pretsch dieses Buch über die politische Entwicklung Tansanias von 1920 bis 1970, das Andreas Eckert vorgelegt hat. Er rekapituliert in groben Zügen die Entwicklung dieses afrikanischen Landes, das Kolonie des Deutschen Reiches war, dann von den Briten regiert wurde bis es 1961 in die Unabhängigkeit überging. Die Quellenlage scheint Pretsch ziemlich mager. Dennoch gelingt es dem Autor in seinen Augen, ein "differenziertes Bild" von sozialen Strukturen, Bildungsmöglichkeiten, agrarischer Kultur und städtischem Leben, Gewerkschaften und Parteienbildung der afrikanischen Gesellschaft zu zeichnen.
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