Kriegszeiten sind für Regierungen harte Zeiten. Auf der einen Seite will die Bevölkerung berechtigterweise wissen, was vorgeht. Auf der anderen Seite muß sie bei Laune gehalten werden, damit die Unterstützung nicht abnimmt. Zu viel Information nützt dem Feind, zu wenig den Kriegsgegnern. Und kippt die öffentliche Meinung, dann können Rückzug und Niederlage zu kollektiven Traumata werden. Das hat spätestens der Vietnamkrieg gezeigt. In seinem spannenden Buch zeichnet Andreas Elter erstmals die vielfältigen Bemühungen der Einflussnahme der US-amerikanischen Regierungen auf die öffentliche Meinung vom 1. Weltkrieg bis zum jüngsten Irakkrieg nach. Er zeigt, inwiefern die jeweils neu aufkommenden Medien wie Radio, Fernsehen und Internet sowie die verschiedenen Maßnahmen der Regierungen einer wechselseitigen Beeinflussung unterliegen - von Zensur über Drohungen bis hin zu regelrechter "Werbung".
Positiv nimmt Bernd Greiner dieses Buch auf, in dem der Historiker und freie Journalist Andreas Elter beleuchtet, wie die amerikanische Regierung und Medien in Zeiten des Krieges agieren. Denn wie Greiner mokant anmerkt, verging im 20. Jahrhundert "keine einzige Dekade, in der amerikanische Truppen nicht irgendwo auf der Welt Krieg führten". Und da Greiner glaubt, dass sich das amerikanische "Kollektiv" gern an der "Inszenierung des Heldenhaften" ergötze, selbst aber nur ungern "eigene Opfer bringe", kommt ihm diese Untersuchung gerade recht, die beleuchtet, mit welchen propagandistischen Mitteln die amerikanischen Regierungen ihre "Heimatfront stabil" gehalten habe. Verblüffend findet Greiner auch, was Elter zur Rolle der Medien zu sagen habe. Denn die war seiner Darstellung nach nicht einmal in den verklärten Zeiten des Vietnamkriegs besonders kritisch, sondern sei immer geneigt gewesen, sich qua Selbstzensur und vorauseilendem Gehorsam" zum "vierten Arm" der Regierung zu machen. Zum Schluss allerdings möchte sich Greiner des Hinweises nicht enthalten, dass die historische Erklärung nicht unbedingt eine Erklärung des Wesentlichen mit sich bringt.
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