Dieter Prokop kritisiert an der Kommunikationsforschung, dass sie sich darauf beschränkt, Wissen für Manager und Spitzenpolitiker zur Verfügung zu stellen und dass sie deshalb in den Medien 'Arenen' sieht, in denen sich Stars, Politiker und Marken zu 'positionieren' haben. Dagegen setzt er die Analyse des ökonomischen und politischen Gesamtzusammenhangs von Medien, Wirtschaft, Werbung und Politik. Er analysiert die im 'kulturindustriellen Machtkomplex' vorhandenen Interessenlagen. Prokop zeigt, dass die am kulturindustriellen Machtkomplex Beteiligten das gemeinsame Interesse haben, den Verstand der Bevölkerung zu ignorieren und nur Gefühle und Stimmungen an die Öffentlichkeit zu bringen. Er macht aber auch deutlich, dass diese Manipulations-Absichten gar nicht funktionieren - weil Menschen einen Verstand haben.
Als "leichten Schlag auf den Hinterkopf", der zum Nachdenken anregt, bezeichnet Ernst Elitz Dieter Prokops "herausfordernde Polemik" gegen den Verbund aus Medien, Werbung und Meinungsforschern. Aus Prokop spreche abwechselnd der "Radikalaufklärer" und der "bärbeißige Marxist", wenn er den "kulturindustriellen Machtkomplex" kritisiert, der zum Verkauf seiner Produkte auf Gefühle und nicht auf Argumente setzt. In all seinen Rollen bleibe der Autor aber immer der "genaue, reflektierende Beobachter", den Elitz schon zu schätzen gelernt hat. Und auch Prokops Utopie einer vernunftgesteuerten Gesellschaft, die sich von der Werbung nicht mehr für dumm verkaufen lässt, findet der Rezensent bei aller Realitätsferne "so liebenswert wie originell".
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…