Dieter Prokop kritisiert an der Kommunikationsforschung, dass sie sich darauf beschränkt, Wissen für Manager und Spitzenpolitiker zur Verfügung zu stellen und dass sie deshalb in den Medien 'Arenen' sieht, in denen sich Stars, Politiker und Marken zu 'positionieren' haben. Dagegen setzt er die Analyse des ökonomischen und politischen Gesamtzusammenhangs von Medien, Wirtschaft, Werbung und Politik. Er analysiert die im 'kulturindustriellen Machtkomplex' vorhandenen Interessenlagen. Prokop zeigt, dass die am kulturindustriellen Machtkomplex Beteiligten das gemeinsame Interesse haben, den Verstand der Bevölkerung zu ignorieren und nur Gefühle und Stimmungen an die Öffentlichkeit zu bringen. Er macht aber auch deutlich, dass diese Manipulations-Absichten gar nicht funktionieren - weil Menschen einen Verstand haben.
Als "leichten Schlag auf den Hinterkopf", der zum Nachdenken anregt, bezeichnet Ernst Elitz Dieter Prokops "herausfordernde Polemik" gegen den Verbund aus Medien, Werbung und Meinungsforschern. Aus Prokop spreche abwechselnd der "Radikalaufklärer" und der "bärbeißige Marxist", wenn er den "kulturindustriellen Machtkomplex" kritisiert, der zum Verkauf seiner Produkte auf Gefühle und nicht auf Argumente setzt. In all seinen Rollen bleibe der Autor aber immer der "genaue, reflektierende Beobachter", den Elitz schon zu schätzen gelernt hat. Und auch Prokops Utopie einer vernunftgesteuerten Gesellschaft, die sich von der Werbung nicht mehr für dumm verkaufen lässt, findet der Rezensent bei aller Realitätsferne "so liebenswert wie originell".
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