Aus dem Englischen von David Frühauf. Die wissenschaftlichen Fakten bezüglich der Klimakrise, die Daten, die das Massenaussterben und die Erderwärmung beziffern, liegen auf dem Tisch, an dem führende Politikerinnen und Politiker regelmäßig zusammenkommen, um Klimaziele zu vereinbaren. Auf den Straßen vor den Tagungshotels und Regierungspalästen protestieren nicht erst seit gestern immer mehr Menschen. Sie starten Petitionskampagnen und sammeln Unterschriften. Trotzdem haben wir es mit einer nach wie vor boomenden Industrie für fossile Brennstoffe zu tun, die Gewinne steigen kontinuierlich. Ist es also an der Zeit, das kaputt zu machen, was uns kaputt machen wird? In diesem Manifest fordert Andreas Malm nichts weniger als die Eskalation: Wir müssen die Förderung fossiler Brennstoffe zum Stillstand bringen - mit unserem Handeln, unseren Körpern, mit allem, was uns zur Verfügung steht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.11.2020
Die Schwachstelle der Klimabewegung, lernt Rezensentin Sieglinde Geisel vom schwedischen Humanökologen und Aktivisten Andreas Malm, ist ihr hoher Komfortlevel: Weiße Mittelschichtskinder riskieren einfach zu ungern ein paar Monate Gefängnis. Dabei sei es an der Zeit für ein bisschen mehr Militanz, meint Malm, denn Demos und Konferenzen hätten es bisher ja nicht gebracht. Geisel geht voll mit, wenn Malm "intelligente Sabotage" empfiehlt, die Sprengung von Pipelines etwa, oder das Luftrauslassen aus SUVs in feinen Vierteln. Jetzt ist Schluss mit Ironie, Fatalismus und Feuilleton!
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