Klimaschutz ist MenschenrechtDürre, Eisschmelze, Überflutungen zerstören den Lebensraum und die Existenzgrundlage vieler Menschen. Doch Regierungen oder Konzerne zeigen sich oft träge bis ignorant, wenn sie Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen sollen.Was kann da der Einzelne, das Klimaopfer, tun? Die Rechtsanwältin Roda Verheyen sagt entschlossen: das bestehende Recht und die Gerichte nutzen. Wir alle sind bedroht und können mit Klimaklagen Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen.Anhand eigener Erfahrungen und wichtiger internationaler Prozessfälle zeigt sie, dass die Judikative - in Sachen Klimaschutz eine oft unterschätzte Gewalt - Machtlosen Recht verschaffen kann. Schließlich geht es um das Recht des Menschen auf ein Leben in Würde, jetzt und in Zukunft.
Rezensentin Peggy Fiebig empfiehlt das Buch der Juristin Roda Verheyen über Klimaklagen, Niederlagen und kleine Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel. Wie Verheyen nach langem Kampf schließlich in Karlsruhe mit ihrer Verfassungsbeschwerde Recht bekam, erzählt das Buch laut Fiebig im Kontext der Klimaschutzdebatte. Es geht um Recht und Wissenschaft, aber auch um Einzelschicksale und persönliche Erfahrungen, um einen peruanischen Bauer und eine engagierte Studentin auf der Insel Pellworm, erklärt Fiebig. Insgesamt ist das Buch geprägt von Optimismus, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2023
Dass Roda Verheyen Handlungsmöglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel aufzeigt, ist für Rezensent Wolfgang Janisch eine der Stärken des Buches, das die Juristin zusammen mit der Journalistin Alexandra Endres schrieb. Grundlage ist das Urteil von 2021, mit dem das Bundesverfassungsgericht Kritiker der deutschen Klimaschutzpolitik stärkte. Auch für Verheyen sei dies ein großer Tag gewesen, schreibt der Rezensent. Vorbildlich sei nun aber, dass die Autorin dieses Urteil nicht einfach über den grünen Klee lobt, sondern die internationale Vorgeschichte von Klimaschutzurteilen zur Kenntnis bringt und dabei den vermeintlichen Gegensatz zwischen Politik und Justiz auflöst, indem sie die Rolle der Wissenschaft ins Spiel bringt. Statt Pessimismus dominiere bei Verheyen der Optimismus, findet Janisch, dem in seiner Online-Rezension auch gefällt, dass sie immer wieder die Kläger der Zivilgesellschaft in den Blick nimmt. Dass Prozesse gegen Konzerne noch viel Unwägbares bedeuten: Auch darauf hingewiesen zu haben, ist für den Rezensenten Grund für eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
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