Eigentlich soll Rico ja nur ein Ferientagebuch führen. Schwierig genug für einen, der leicht den roten oder den grünen oder auch den blauen Faden verliert. Aber als er dann auch noch Oskar mit dem blauen Helm kennen lernt und die beiden dem berüchtigten ALDI-Kidnapper auf die Spur kommen, geht es in seinem Kopf ganz schön durcheinander. Doch zusammen mit Oskar verlieren sogar die Tieferschatten etwas von ihrem Schrecken. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2008
Nichts als Lob hat Rezensentin Anja Knabenhans für Andreas Steinhöfels neuen Kinderroman übrig und verspricht "perfekten Lesegenuss". Die Geschichte vom "tiefbegabten" Jungen Rico, der die Welt zwar langsamer, aber umso intensiver wahrnimmt, hat die Rezensentin gänzlich hingerissen. Rico macht sich in dem Buch auf, seinen entführten Freund Oskar zu retten und löst dabei ein Geheimnis. Im Vordergrund steht für Knabenhans aber deutlich die wunderbare Welt, wie sie aus Ricos Sicht erzählt wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2008
Schwer begeistert ist Eva-Maria Magel von diesem Buch. Fasziniert vor allem von seinem Protagonisten Rico, der zwar gut denken kann, auch wenn alles wahnsinnig lange dauert. Was er aber ohnehin noch viel besser kann als denken ist: eine Geschichte erzählen. Das macht ihm sein Lehrer zur Aufgabe und dank Computerprogramm wird das ganze sogar rechtschreibfehlerfrei. Die Geschichte, die Rico - es ist eben dieses Buch - erzählt, ist ein Kinderkrimi um eine Kindesentführung und kann sich als solcher, versichert Magel, sehr wohl mit Erich Kästners "Emil und die Detektive" messen. Vor allem erweise sich der Autor Andreas Steinhöfel wieder einmal als großartiger Beobachter der Gegenwartsrealität und dass ihm dann auch noch Sprachfunde gelingen wie der Begriff der "Fundnudel" oder des "Sachensuchers", das reißt Magel dann restlos hin.
Hilde Elisabeth Menzel hat dieses neue Buch von Andreas Steinhöfel großes Vergnügen bereitet. Darin geht es um Rico, der mit einem gewissen Handicap fertig werden muss. Er ist - nach eigenen Worten - "tiefbegabt", das heißt, er kann zwar viel denken, aber "das dauert meistens etwas länger als bei anderen Leuten", wie die Rezensentin selbst amüsiert zitiert. Passenderweise trifft Rico auf Oscar, der hochbegabt ist, dafür wesentlich schlechter gelaunt. Das hätte Menzel für eine gute Geschichte schon gereicht, dass Steinhöfel auch noch einen spannenden Krimi daraus macht, freut sie umso mehr.
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