Die Erzählung führt uns in den sechs Kapiteln immer tiefer in einen verlassenen Bergstollen. Dabei verknüpft Perl Historie und Gegenwart, Engadiner Dorf und weite Welt, Landwirtschaft und Industrialisierung und schafft ein literarisches Denkmal für die, die nicht mehr hier sind.
Auf nur etwas mehr als hundert Seiten schafft Andri Perl es, Dorfgeschichte mit mythischem Aberglauben und dem Strukturwandel der ländlichen Schweiz zu verweben, zeigt sich Christoph Schröder beeindruckt. Ihn überzeugt die Atmosphäre der Geschichte, die damit startet, dass die junge Lisa, mittlerweile aus dem Dorf weggezogen, vom ebenfalls in die Stadt übersiedelten und viel älteren Mattia wissen möchte, was sich im Dorf ereignet hat, was es mit dem militärischen Sperrgebiet auf sich hat, wie alles zusammenhängt und warum und wohin eigentlich ihr Vater verschwunden ist. Der Stil bleibt dabei stets nüchtern und knapp, befindet der Rezensent, dem besonders gefällt, dass Peris Text Ambivalenzen aushält und Eindeutigkeit aus dem Weg geht.
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