Andris Kalnozols

Kalender

Roman
Cover: Kalender
Edition FotoTapeta, Berlin 2025
ISBN 9783949262548
Broschiert, 336 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Lettischen von Sven Otto. Oskars, der stille Held dieses Romans, ist ein wenig eigenartig. Oft folgen seine Gedankengänge einer naiven, kindlichen Logik; gleichzeitig verfügt er über ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis: Sämtliche Namenstage kennt er auswendig. Deshalb wird er "Kalender" genannt. Im Buch erzählt der Protagonist Tag für Tag von den Ereignissen seines Lebens. Dank seiner eigenwilligen Sicht auf die Dinge gewinnt Oskars einen besonderen Zugang zu Kindern, Alten und AußenseiterInnen. Im Laufe eines Kalenderjahres entwickelt sich der autistisch wirkende, jung gebliebene Mann zum Mittelpunkt eines skurrilen Freundeskreises - und es gelingt ihm, seine besondere Weltsicht langsam in Worte zu fassen und seinen eigenen Weg zu gehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.01.2026

Andris Kalnozols' Protagonist Oskars hat stark autistische Züge: Er wird von den Bewohnern seines Städtchens immer "Kalender" genannt, weil er Kalender und Namenstage auswendig kann. Um seine Psyche etwas zu beruhigen, notiert er jeden Tag in einem Tagesplaner, was so passiert ist. Seit er sich vor einiger Zeit verliebt hat, ist der Drang, sich an die selbstauferlegten Regeln zu halten, umso größer, er wandert Tag für Tag durch die Gegend, eine Art "postsowjetische Stadtlandschaft", lernt neue Leute kennen, dem Alten wird bei jedem Spaziergang etwas Neues hinzugefügt, erzählt Rezensentin Bettina Hartz, die den Roman sehr gerne gelesen hat: einmal wegen der Idee mit dem Tagesplaner, der den Raum für die Kritikerin bis weit in die Sowjetunion hinein öffnet, weil Oskars oft auch die Vorgeschichten von Personen, auf die er trifft, einfügt. Und zum anderen, weil seine einfache Sprache oft so "wunderbar doppeldeutig" ist. Überhaupt scheint der eigenbrötlerische Oskars der Rezensentin im Laufe der Lektüre immer mehr ans Herz zu wachsen, denn auch er ändert sich, hin zum "Herzenskünstler", wie Hartz schreibt. Darüber vergisst sie aber nicht die "geniale Gesamtkomposition" des Romans. Und Oskars, der am Ende neue Freunde gefunden hat, würde sie gerne weiter begleiten.
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