Heinrich Börner, 1919 unehelich in Linden geboren, verbrachte sein Leben als Melker auf verschiedenen Bauernhöfen Norddeutschlands. Weder war er politisch aktiv noch gar Widerstandskämpfer oder Intellektueller. Er gehörte auch keiner in der Nazizeit verfolgten Gruppierung an - ein sogenannter einfacher Mann, niemand Besonderes. Nach erzwungenem Reichsarbeitsdienst wurde er zu Kriegsbeginn in Hannover zur Wehrmacht eingezogen. Noch bevor er an die Front musste, desertierte er. Kurz nach seiner Fahnenflucht wurde er gefasst, vom Militärgericht zum Tode verurteilt und 1940 in Hannover bei der Kugelfangtrift erschossen. Er wurde nur 21 Jahre alt. Die Romanbiografie "Kein Besonderer" folgt den Stationen des kurzen, gewöhnlichen Lebens von Heinrich Börner und möchte ihn ins öffentliche Gedächtnis bringen. Eine notwendige Ergänzung zu den bekannten Geschichten "großer Helden".
In seiner Romanbiografie über den Soldaten Heinrich Börner zeigt Bodo Dringenberg am Beispiel seines Protagonisten, wie die "Abrichtungsmaschinerie des Männlichkeitsdrills" einen einfach Melker zurichten und schließlich hinrichten konnte, resümiert Rezensent Frank Keil, der sich mit dem Autor auch über dessen Buch unterhalten hat. Dass Börner ein einfacher Mann ohne besondere Eigenschaften war, war Dringenberg sehr wichtig, lernt er. Keil ist fasziniert, wie akkurat der Autor die wenigen bekannten Fakten zu einem Roman zusammensetzt, wie er den Kommunisten Gregor Gok in die Handlung einbaut und auch die sich dem Nationalsozialismus entziehende Welt der Landwirtschaft darlegt.
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