Die Sprache schlägt mir ans Ohr, das rechte ist mehr gefordert. Die Gedichte der Angelika Maass haben keine Titel, sie stellen sich dem Leser unangekündigt in den Weg. Sie sind wie Landschaften, die sich präsentieren, wunderbar, und doch ohne selbstbewusste Inszenierung. Sie wirken wie ein homogenes Ganzes, fühlen sich an wie eine Abfolge von Bildern und Begriffen, die sich wie selbst-verständlich aneinander reihen. Dabei steht oft scheinbar Unvereinbares unbeeindruckt beieinander: die Amsel/ein männliches Geschöpf/mit dem Warte nur balde/dein Blick zurück/prüft mich. Sie träumen alle/zur gleichen Zeit/verschiedene Sachen - diese drei Zeilen könnten als ein Motto von vielen über den Gedichten stehen. Angelika Maass gießt verschiedenste Traumsequenzen in eine Form und lässt so deren Vielfalt zu etwas Neuem führen. Da ruhten wir Auge in Auge/und waren am Ende so/wie der Anfang von neuem beginnt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2004
Alles schwebt, selbst der Ernst verliert sein Gewicht, doch nichts entschwindet, denn der Leser hebt mit der Sprache vom Boden ab. Ja, die Gedichte von Angelika Maass haben Beatrice Eichmann-Leutenegger große Freude bereitet, weil sie so schlicht sind und zugleich so geheimnisvoll, so genau und doch so offen. Mal gleitet eine Primzahl "verschmitzt" in den Vers, ohne eine Erklärung abzugeben, dann wieder gibt es "paradiesische Momente eines Einsseins". Manchmal sitzt der Autorin der Schalk im Nacken, vermutet die Rezensentin, und immer ist da diese "zauberische Leichtigkeit".
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