Erika Burkart

Langsamer Satz

Gedichte
Cover: Langsamer Satz
Ammann Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783250104414
Gebunden, 98 Seiten, 16,70 EUR

Klappentext

"Im Bereich der Musik ist es meist der langsame Satz, der mich am tiefsten und nachhaltigsten bewegt. Der an Eigenes rührt, das in langer und wohl auch langsamer Arbeit freigelegt wird. Wobei ein Gedicht wiederum ein Geheimbezirk eigener Art ist", schreibt Erika Burkart in einem Brief an den Verleger. Die hier versammelten 64 neuen Gedichte versuchen die Zeit anzuhalten, in der Natur die Geheimnisse einzufangen, die sich in die Menschenwelt als Mysterien einschreiben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.09.2002

Michael Braun ist beeindruckt. Obwohl in der heutigen Zeit niemand mehr so recht "lyrische Gespräche über Bäume" lesen mag und die Dichtkunst schon zu viele "Entzauberungs- und Ernüchterungs-Lektionen" einstecken musste, gibt es noch eine Lyrikerin, die sich davon ganz und gar nicht beeindrucken lässt. Allein schon deswegen spricht der Rezensent der 80-Jährigen Dichterin und jüngst mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichneten Erika Burkart seine Anerkennung aus. Hartnäckig arbeite die Autorin, die seit vielen Jahren zurückgezogen in einer ehemaligen Klosteranlage im Kanton Aargau lebt, "an einer Poetik der inneren Naturfrömmigkeit", was auch in ihrem neuesten Gedichtband zum Ausdruck komme. Wie schön, seufzt Braun, dass wenigstens eine Dichterin noch "ihrer animistischen Sehnsucht" nach einer "Verschmelzung mit den Naturphänomenen" und einer "Spiritualisierung der Landschaft" Ausdruck verleihe - aller "postmodern ernüchterten Gegenwartspoesie" zum Trotz.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2002

Diese Rezension ist eine Hommage an die Dichterin Erika Burkart, an eine "unvergleichliche Meisterin der Wahrnehmung", wie Elsbeth Pulver schwärmt. Sie hat Musik wie Schuberts Winterreise im Ohr, wenn sie Burkarts späte Gedichte liest, die sie als "Meistertexte", "poetische Werkstattberichte" oder auch bloß als "sehr einfach, sehr berührend" kennzeichnet. Das ganze Buch ist für Pulver wie ein einziges Gedicht, sie findet hier die Langsamkeit, die ihr im Alltag fehlt. Eine schwermütige Winterwelt, in der es aber auch Farbe und Leben gibt, so sieht Pulver das Thema "Altwerden" durch die achtzigjährige Lyrikerin hier verarbeitet, und sie ist begeistert.
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