Aus dem Englischen von Wibke Kuhn. Mit einem Nachwort von Volker Weidermann. Ein heldenhaftes, abenteuerliches Leben, das wäre Lewis Percys Ideal. Ein Leben, wie es die Männer in den Romanen führen, die er studiert. Doch in der Realität wohnt er mit seiner Mutter zusammen in einem Londoner Vorort. Lange geht er den Weg des geringsten Widerstands, bis er an einen Punkt gelangt, an dem er sich entscheiden muss, ob sich nicht doch ein Stück Abenteuer ins Dasein retten lässt.
Rezensentin Bettina Baltschev erkennt in der Titelfigur von Anita Brookners Roman von 1989 mehr als einen Pantoffelhelden. Dieser Mann, den man ein Muttersöhnchen nennen könnte, zeigt nach dem Tod der geliebten Mutter ein tugendhaftes Verhältnis zu Frauen und eine Friedfertigkeit, von der sich mancher heute eine Scheiben abschneiden könnte, meint Baltschev. Den in den 1960er Jahren spielenden Roman findet sie elegant geschrieben, unterhaltsam, berührend und von subtiler Komik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.10.2024
Ein bisschen verliebt hat sich Rezensentin Sylvia Staude in Anita Brookners stillen und genügsamen Protagonisten, der im Jahre 1956 in Paris und dann in London lebt. Der junge Lewis Percy ist ein zurückhaltender Mann, Bücherwurm und Intellektueller. Es geht um diesen von "Anständigkeit" und "Tugendhaftigkeit" geprägten Charakter und die Frauen in seinem Leben, erfahren wir. Die kommen um einiges egoistischer rüber als er, lesen wir, wie zum Beispiel seine Frau und dann Ex-Frau Tissy. Staude kann sowohl dem Protagonisten als auch dem Roman einiges abgewinnen und freut sich daher um so mehr, dass die Autorin für Percy trotz allen Widrigkeiten, denen er in seinem Liebesleben begegnet, am Ende ein kleines Happy End für ihn bereithält. Hier "lohnt jede Zeile", versichert Staude.
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