Übersetzt von Brigitte Jakobeit. Mukundan ist fast sechzig, als ihn die Lebensumstände nach seiner Pensionierung aus dem Staatsdienst dorthin zurückzwingen, von wo er im Alter von achtzehn Jahren geflohen ist -- in das Dorf seiner Kindheit, nach Kaikurussi im idyllischen Norden Keralas. Doch kaum zieht Mukundan in das ehemals so vertraute Elternhaus, verfolgen ihn die Geister der Vergangenheit. Die Erinnerung an seine verstorbene Mutter, die sein tyrannischer Vater bereits vor Jahrzehnten für eine jünger Frau verließ, verursacht quälende Alpträume, und die zwanghafte Vorstellung, den Erwartungen seines tyrannischen Vaters niemals entsprochen zu haben, macht ihn einsam und unzufrieden mit sich und seiner dörflichen Umwelt. Nur Bhasi der Spinner, Anstreicher von Beruf und Heiler aus Passion, nimmt sich seiner gefangenen Seele an und sucht seine Freundschaft...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2003
Anita Nairs Roman, so die Rezensentin Angela Schader, dreht sich um einen Mann, der mit 58 Jahren und gegen seinen Willen in sein Vaterhaus zurückkehrt und sich dort mit den "Geistern" seiner Familienvergangenheit - dem rätselhaften Tod der Mutter und dem immer noch alles überschattenden Vater - auseinandersetzen muss. Doch diese "nach soliden psychologischen Mustern gestrickte Gespenstergeschichte" ist nicht das, was für die Rezensentin die Anziehungskraft des Romans ausmacht, sondern vielmehr das "Kaleidoskop eingeblendeter Geschichten und Charaktere aus der dörflichen Welt".
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