Aus dem Indischen von Uschi Gnade. Supermodel, Skandaljournalistin, Bestsellerschreiberin, Freundin, Kollegin, Vertraute, Rivalin - für jeden ist Shobhaa De etwas anderes. Ihr Gesicht ist Millionen bekannt, aber erst in diesen Erinnerungen enthüllt sie ihr wahres Ich. Sie erweckt ihre Kindheit und Jugend zum Leben und lässt uns teilhaben an den Anfängen ihrer Karriere. Sie erzählt davon, wie sie - fast gegen ihren Willen - als Model entdeckt wurde und nach einigen wilden Jahren in die Glamourwelt der Prominentenzeitschriften eintauchte. Mit scharfen Augen hat sie Glanz und Elend der "Bollywood"-Filmstars beobachtet und scheut nicht davor zurück, die miesen kleinen Geschäfte der Publicity-Industrie zu beschreiben. Sie berichtet, wie sie als Mordkomplizin verdächtigt und als Feministin und Sex-Autorin beschimpft wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2009
Shobhaa Des bissige Kolumnen sind interessanter als ihre sechshundert Seiten lange Autobiografie - so das eindeutige Resümee des Rezensenten Martin Kämpchen nach offenbar ermüdender Lektüre. Die Lebenserinnerungen der in Indien sehr bekannten Filmjournalistin, Kolumnistin und Schriftstellerin, die nach zehn Jahren nun auf Deutsch vorliegen, erzählen Kämpchen zufolge im Wesentlichen anekdoten- und episodenhafthaft über ein Leben in der höheren Gesellschaft von Bombay und lesen sich mitunter wie ein "Who's who" vor allem der Filmwelt. Im Episodenhaften erschöpft sich diese Lebenserzählung dann aber auch, meint Kämpchen und fragt, warum die Autorin, die vom Leben der High Society erklärtermaßen gelangweilt sei, nun ihrerseits den Leser mit einer Reihung sich wiederholender Unwichtigkeiten langweile. De gelinge weder eine Analyse des Erlebten noch entwerfe sie ein über das Autobiografische hinausgehendes Bild des indischen Lebens ihrer Zeit, das den westlichen Leser interessieren könnte. Auch seien die meisten der erwähnten prominenten Künstler im Westen unbekannt. Kämpchen kritisiert zudem Des "hastige Schreibweise" und "exzessive Sprache".
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