Mit Wendigkeit bewegt sich Anja Golob durch Sprach- und Bildwelten zwischen Konkretheit und Schwebezuständen, zwischen naturwissenschaftlicher Genauigkeit und poetischer Assoziativität: von der Lichtgeschwindigkeit zur Familie der Lampyridae zu Sylvia Plaths Herdgebärmutter und Dortgestern und Hierheute, die wie zwei Fremde am Flughafen stehen. Anja Golob ist eine der eindrucksvollen lyrischen Stimmen der slowenischen Gegenwartsliteratur, die Neuerscheinung "ab und zu neigungen" ihr erster Gedichtband in deutscher Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2015
Peter Urban-Halle ist schlichtweg beigeistert von diesem Auswahlband mit Texten der slowenischen Dichterin Anja Golob. Klein, schön, edel scheint ihm das Äußere des Bandes, drinnen tritt ihm eine "große" Dichterin entgegen, eine Sportlerin des Verses von rauer Eleganz. Nichts wirkt auf ihn verschwurbelt, die Bilder neu, die Kraft der Worte schwindelerregend. Mal antik elegisch, mal mit Bezug zu Rilke, dann wieder wie Benn, meint der Rezensent, der auch die Übersetzung durch Urska P. Cerne und Uljana Wolf "schlicht preiswürdig" findet.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…