Anke John

Der Weimarer Bundesstaat

Perspektiven einer föderalen Ordnung (1918-1933)
Cover: Der Weimarer Bundesstaat
Böhlau Verlag, Köln 2012
ISBN 9783412207915
Gebunden, 486 Seiten, 64,90 EUR

Klappentext

Nach 1918 fanden Pläne zur Auflösung und Neubildung historischer Länder Verbreitung. Bis zum nationalsozialistischen Machtantritt wurde darüber debattiert, ob das Reich weiter in seiner bundesstaatlichen Konstruktion getragen werden sollte oder ob es als Republik nicht besser in einem Einheitsstaat aufgehoben sei. Untersucht werden die disparaten Interessen und kommunikativen Strategien, die in dieser Zeit auf eine Reform der Reich-Länder-Beziehungen abzielten und die die Bindungen der Weimarer Zeitgenossen an die traditionelle föderative Ordnung lockerten. Die Darstellung verlässt die Eigenlogik begrenzter regionaler Probleme und greift über einen traditionellen politikgeschichtlichen Ansatz hinaus: Das Streben nach dem perfektionierten Bundesstaat wird aus den modernen Tendenzen verdichteter Kommunikation, Urbanisierung und wirtschaftlicher Verflechtung heraus begründet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2012

Eberhard Kolb entgeht nicht, woher die Autorin Anke John das Material für ihre Studie über den Weimarer Bundesstaat bezieht. Als Referenzautoren nennt er etwa Gerhard Schulz und Hagen Schulze. Darüber hinaus jedoch überzeugt ihn Johns eigene Leistung, dazu zählen intensive Landesarchivstudien und insgesamt die Erarbeitung einer breiten Materialbasis. Dass vieles im Buch nicht neu ist, kann Kolb verzeihen angesichts des, wie er findet, ertragreichen Hauptkapitels, in dem die Autorin die Länder der Weimarer Republik betreffend ihre Haltung zu Reichsreform und Neugliederung vergleichend betrachtet. Hier lernt Kolb über das Taktieren der involvierten Kleinstaaten, deren Bemühungen John zu würdigen weiß. Nicht zuletzt aus diesem Grund hätte der Rezensent dem Buch ein sorgfältiger Redundanzen und Fehler tilgendes Lektorat gewünscht.

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