Erstmals nach der ungekürzten russischen Neuausgabe übersetzt von Brigitta Schröder. Mit zahlreichen Abbildungen. Rückblickend rekapituliert Anna Dostojewskaja ihr Leben an der Seite Fjodor Dostojewskis. Ihre detaillierten Erinnerungen gehören zu den zuverlässigsten Aufzeichnungen über den Schriftsteller und offenbaren den Menschen, wie er sich im Häuslich-Familiären gab und wie er in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat. Dabei spart sie auch die Schattenseiten nicht aus: seine Spielsucht und eine exzesshafte Eifersucht, immerwährende Geldnot und Schulden ein Leben lang, seine durch Epilepsie gefährdete Gesundheit, den frühen Tod zweier Kinder. Vor allem aber zeigt sie, welchen Halt das Paar aneinander, in der gemeinsamen Arbeit und im Familienleben fand.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2021
Rezensent Christoph Bartmann liest Anna Dostojewskajas Memoiren mit Spannung. "Lebenssatt" erinnert sich die Autorin laut Rezensent an ihre Anfänge als Stenografin für Dostojewski, an erste Erfolge mit den großen Romanen und das chaotische Leben mit dem Spieler und Nihilisten. Für Bartmann das Zeugnis einer vor allem praktischen Liebe, in der die Autorin als Managerin eines literarischen Unternehmens und dann erst als Ehefrau auftritt, bescheiden und zugleich selbstbewusst.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.11.2021
Rezensentin Olga Hochweis bespricht Anna Dostojewskajas "Mein Leben mit Fjodor Dostojewski" mit viel Lob. Die Ehefrau des Schriftstellers erinnert sich darin hauptsächlich an ihren familiären Alltag, der sehr detailreich und plastisch wiedergegeben werde, gestützt durch ihre Tagebucheinträge, Briefe und weiteren Quellen, erläutert Hochweis. Der Rezensentin erscheint die Autorin selbstbewusst und selbstbestimmt, auch wenn die Beschreibung des Ehemanns auf sie gelegentlich ein wenig idealisiert wirkt. Und auch, wenn Dostojewskaja auf politische und philosophische Ansichten verzichtet, ist das Buch für die Rezensentin mit seiner Bewegkraft und Eindringlichkeit lesenswert.
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