Friedenauer Presse, Berlin 2026
ISBN
9783751880596 Kartoniert, 190 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Werner Waas. Himmelskörper ist eines der wenigen nicht-fiktionalen Bücher von Anna Maria Ortese. Es versammelt zwei Versionen eines nie gehaltenen Vortrags und drei imaginierte Interviews, deren Fragen und Antworten fast vollständig von der Autorin selbst verfasst wurden. Sie erzählt darin von ihrem Jahrhundert, ihrem Land, ihrer Literatur und ihrem Leben - "ein hässliches Leben", wie sie freimütig zugibt. Denn nach ihrer von Armut und Krieg geprägten Kindheit musste sie sich in einem Italien durchschlagen, dessen unbarmherzigen Kapitalismus sie anklagt, und in einer intellektuellen Welt, von der sie ihr fantastischer Sinn für die Realität immer mehr entfremdete. Die hochpoetischen Texte offenbaren die große Sensibilität einer modernen und engagierten Frau: Von der Gesellschaft bis zur Gewalt, von der Politik bis zur Wirtschaft entgeht nichts ihrem klaren Blick, der uns eine andere Sicht auf die Welt vorschlägt - denn allzu oft vergessen wir beim Betrachten des Firmaments, dass auch die Erde ein Himmelskörper ist … und alles auf ihr himmlische Materie. 1997 veröffentlicht, ist Himmelskörper Anna Maria Orteses letztes Buch, ihr literarisches und spirituelles Vermächtnis. Die Erde zu ehren und den himmlischen Funken eines jeden Lebewesens zu bewahren - das war ihr letzter Wille, dessen Erfüllung heute so wichtig ist wie nie.
Dass dieses Buch eine etwas kompliziertere Entstehungsgeschichte hat, lässt sich in Nico Bleutges Besprechung nachlesen: Anna Marie Ortese hat schon 1980 zwei Texte geschrieben, die sich mit dem Lebensgefühl zwischen der Unendlichkeit des Himmels und Universums und dem eingeengten politischen Klima Italiens vor dem Hintergrund von Studentenrevolte und Turbokapitalismus auseinandersetzen. Sie hatte die Texte eigentlich auf einer Lesereise vortragen wollen, zu der es dann nicht mehr gekommen ist, mehr als fünfzehn Jahre später hat sie sie dann durch fiktive Dialoge verbunden, die für Bleutge leider gerade deshalb eher vage bleiben, weil sie versuchen, große Bögen zwischen Themen wie Armut, Moral und Mitgefühl zu spannen. Spannender ist da für ihn schon, wie sich Ortese mit dem eigenen Schreiben als Frau im patriarchalen Italien zwischen Geldproblemen, flüchtigen Erfahrungen und dem unbedingten Drang, dem Erlebten nachzuspüren, auseinandersetzt. Trotz kleinerer Mängel ein lesenswerter Band, der nicht mit Gesellschaftskritik spart.
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