Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518300794 Kartoniert, 800 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Elon Musk bezeichnet die Plattform X als "kybernetische Superintelligenz", Mark Zuckerberg denkt Unternehmen als "lernende Organismen", und der Erfinder der Datenbrille Google Glass sagt: "Die Kybernetik ist überall, wie Luft." Diese Aussagen kommen nicht von ungefähr. Wer die Digitalisierung verstehen will, muss auf ihre kybernetischen Ursprünge schauen. In ihrem Buch zeichnet Anna-Verena Nosthoff ein umfassendes Panorama der Kybernetisierung der datafizierten Gegenwartsgesellschaft - von den ersten Prämissen der "Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle" über die Emergenz des Cyberspace bis hin zum aktuellen KI-Hype und zu technikautoritären Strömungen. Es zeigt sich: Die Kybernetisierung erfasst auch die Kritik - die sich daher neu erfinden muss, um zu überleben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2026
Ein enorm hilfreiches Buch hat Anna Verena Nosthoff geschrieben, lobt Rezensentin Nina Scholz. Nosthoff zeichnet nämlich nach, wie Kybernetiker seit den 1940er Jahren daran arbeiten, Menschen und Maschinen miteinander zu verknüpfen, erklärt Scholz: Anfangs arbeitete etwa Norbert Wiener an Feedback Loops. Später wurde die Kybernetik für politische Experimente genutzt, etwa in Chile, bevor sie wichtig wurde für die Ausgestaltung des Cyberspace - und schon sind wir in unserer von Silicon Valley neu gestalteten Gegenwart. Scholz kann von diesem Buch lernen, dass die Kybernetik schon immer einen Hang dazu hatte, Steuerungsmechanismen zu verschleiern, vor allem aber erfährt sie einiges über den autoritären Umschwung der Kybernetik in Zeiten chinesischer Sozialkreditsysteme und Silicon-Valley-Tech-Monopolisten. Es ist keineswegs unsinnig, angesichts aktueller Gefahren in die Geschichte der Kybernetik zurück zu blicken, glaubt Scholz - vielmehr zeige gerade eine Perspektive wie die Nosthoffs, dass die Mechanismen des Plattformkapitalismus viel mit der Silicon-Valley-Kultur zu tun haben. Vielleicht lernt man von diesem Buch sogar etwas darüber, hofft die Rezensentin, wie man den neuen Kapitalismus bekämpfen kann.
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