Herausgegeben von Ute Müller-Tischler, Malte Ubenauf und anderen. Anna Viebrock, die im Sommer 2011 60 Jahre alt wird, ist von den Zeitschriften "Theater heute" und "Opernwelt" mehrfach als Bühnen- und Kostümbildnerin des Jahres ausgezeichnet worden. Ihre Inszenierung von Hans-Joachim Hespos Musiktheater iOPAL an der Staatsoper Hannover wurde 2004 zur Uraufführung des Jahres gewählt. 1997 erhielt sie den Hessischen Kulturpreis und 2004 den Theaterpreis Berlin. Seit 2009 ist Anna Viebrock Mitglied der Akademie der Künste Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2011
Barbara Villiger Heilig freut sich an diesem Bildband zum 60. Geburtstag der Bühnenraumkünstlerin Anna Viebrock, der zwar ihre Obsessionen und Arbeitsweisen illustriert, ihr aber ihr "Geheimnis" lässt, wie die Rezensentin lobt. Die Künstlerin lediglich als Bühnenbildnerin oder Theaterausstatterin zu beschreiben, greift in den Augen der Rezensentin viel zu kurz, denn Viebrock arbeitet mit dichten, assoziationsreichen Elementen, die sowohl in die Vergangenheit weisen, als auch Zukünftiges anklingen lassen, meint sie. Als Beispiel für die komplexen Bühnenarbeiten zieht Villiger Heilig die "Katja Kabanova"-Inszenierung der Salzburger Festspiele 1998 heran, für die die Künstlerin die innere Ausweglosigkeit der Hauptfigur mit bedrückenden Motiven Brünner Plattenbauten auf die Bühne bringt. Bei Viebrocks verwendeten Materialien handelt es sich nie um einfach übertragene Realität, hier verdichtet, verdreht und verfremdet sich Wirklichkeit, die der Bühnenatmosphäre "unhinterfragbare Stringenz verleiht", wie Villiger Heilig preist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2011
Wie wohl Anna Viebrocks Bühnenbilder heute aussehen würden, wenn die DDR nicht untergegangen wäre?, fragt sich Rezensentin Irene Bazinger. Wenn Viebrock nicht 1991 Christoph Marthaler getroffen hätte, mit ihm durch Osteuropa gereist wäre und dieses Bild einer von "Stillstand und Zerfall", "Absurdität und Vergeblichkeit" gezeichneten Gegenwart zur prägenden Szenerie deutscher Bühnen gemacht hätte? Aber sie hat, und Bazinger erinnert sich anlässlich des sechzigsten Geburtstags und dieses Bandes sehr gern an die großen Inszenierungen der Viebrockschen Bühnenbildnerkarriere. Den vorliegenden Band nennt sie eine "wunderbare Monografie", deren großformatige Fotos und Texte Zeugnis ablegen vom "ungemütlichen wie beredten" Bilderschaffen der Anna Viebrock.
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