Meine Räume denken nicht darüber nach, ob sie Kunst sind, sagt Katrin Brack. Und doch: Warum drängt sich beim Betrachten ihrer Bühnenräume stets diese Frage auf? Die Beschreibung dessen, was diese Ausnahme-Bühnenbildnerin seit Jahren im Theater behauptet, sucht meist die Referenz zur Bildenden Kunst. Da sind sachte sich über die Bühne bewegende Nebelwände, Theaterstücke im Dauerregen, im Konfettiregen, im Schneetreiben. Dann ein einzelner Baum, ein Himmel voller Schaukeln, voller Glühbirnen, voller glitzernder Girlanden. Man betrachtet ihre Räume wie bewegte Skulpturen, Installationen, Ding gewordene Ideen, in eine radikale Zeichenhaftigkeit überführt, zu Metaphern geworden. Rigoros thematisieren ihre Arbeiten die Leere der Bühne durch die stets spürbare Anwesenheit der abwesenden Dinge Reduktion.
Katrin Bettina Müller stellt den Band mit einer Werkschau von Arbeiten der mit Preisen ausgezeichneten Bühnenbildnerin Katrin Brack vor und gibt sich als enthusiastische Anhängerin ihrer zugleich reduzierten und verschwenderischen Bühnenbilder zu erkennen. Brack zeichnet sich durch eine starke Vorliebe für Kleinteiliges und "Talmi-Glanz" aus, sei es ein vierstündiger Schneeschauer, der über einer Inszenierung niedergeht, Goldgirlanden oder eine Kanonade von Luftschlangen, erklärt die Rezensentin. Deshalb wirkt sie auch sehr einverstanden, dass der Band keine Werkstattbilder oder Skizzen bietet, sondern sich auf Fotos von Aufführungen beschränkt. Denn Bracks Bühnenbilder "manifestieren sich immer im Verlauf", so Müller. An dem Band zu bemängeln hat sie allerdings, dass die Namen der Fotografen, die für die Aufnahmen des Bandes verantwortlich sind, nirgendwo aufgeführt sind.
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