Aus dem Amerikanischen von Ursula-Maria Mössner. Sie glaubten, die perfekte Familie zu sein - doch gibt es die perfekte Familie? Abby und Red werden immer älter, ihre vier Kinder scheinen immer eigenständigere Leben zu führen, und wer soll sich um das nunmehr viel zu große Haus kümmern? Noch ist es der Mittelpunkt, hier treffen die einzelnen Familienmitglieder aufeinander, hier versuchen sie alle, ihre individuellen Vorstellungen durchzubringen. Anne Tyler schaut tief in die Seele ihrer Figuren, entlarvt deren Sehnsüchte und seziert die familiären Beziehungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2015
Hymnisch bespricht Rezensentin Felicitas von Lovenberg Anne Tylers zwanzigsten Roman "Der leuchtend blaue Faden", der nun auf Deutsch erschienen ist. Am liebsten hätte die Kritikerin dieses Buch gar nicht mehr aus den Händen gelegt, so verzückt ist sie - auch wenn, oder gerade weil Tyler es nicht nötig hat, "den Prosamotor aufheulen" zu lassen. Vielmehr lauscht sie hier den leisen, zarten Tönen der mit Feingefühl, Wärme, Humor, Härte und zugleich Erbarmen erzählten Geschichte um die seit Generationen in Baltimore lebende Familie Whitshank und ihre Geheimnisse, die erst spät zutage treten. Neben herrlich pointierten Dialogen taucht die Rezensentin hier in virtuosen Szenen in das Familienleben ein, erlebt eindringlich geschilderte alltägliche Katastrophen und Konflikte des Zusammenlebens, schließt die genau beobachteten Charaktere in ihr Herz, vertraut sich ganz der Autorin an und lernt nicht zuletzt das Geheimnis langer, glücklicher Ehen.
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