Verbotene Städte? Wer Köln oder Düsseldorf besucht, dem werden alsbald in mehr oder weniger drastisch ausgedrückten Witzeleien Vorbehalte gegenüber der jeweiligen Nachbarstadt auffallen. Hier wie dort fällt schnell der Begriff der "verbotenen Stadt". Der sprachlich ausgetragene Wettbewerb zeigt sich bei sportlichen Veranstaltungen, aber auch bei Bräuchen, in der Wirtschaft, der Kultur, den Karnevalsschlagern und nicht zuletzt bei den speziellen, lokal hergestellten Biersorten. Ein gutes Dutzend erstklassiger Fachleute aus Köln und aus Düsseldorf suchen nach den Ursprüngen dieser fast liebevoll gepflegten rheinischen Rivalität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2012
Andreas Rossmann zeigt sich enttäuscht vom Sammelband, der der ausgeprägten Konkurrenz der Städte Köln und Düsseldorf auf den Grund gehen will. Schade findet der Rezensent zuallererst, dass die dreizehn Autoren die Gebiete, auf denen besonders lebensnah um die Vormachtstellung im Alltag gerungen wird - Rossmann denkt da beispielsweise an Sport, Bier und Karneval - und die einige Unterhaltung geboten hätten, fast völlig ausgespart werden. Bei den historischen Vergleichen zwischen Köln und Düsseldorf fällt ihm auf, dass hier meistens bestenfalls gegenübergestellt, aber eben nicht direkt verglichen wird. Sein Missfallen hat der Beitrag über Düsseldorfer "Bürgergesellschaften" erregt. Wenn der namentlich von Rossmann nicht genannte Autor feststellt, dass es in Düsseldorf anders als in anderen Städten nicht zu Protestbewegungen kommt, weil die "Aktionsgemeinschaft Heimat- und Bürgervereine (AGD)" die Interessen der Düsseldorfer zu wahren versteht, und er dann ergoogelt, dass eben dieser Autor Vorstand des AGD ist, so kann der Rezensent nur den Kopf schütteln angesichts dieser Selbstbeweihräucherung.
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