In den sich täglich verlängernden Gängen aus Büchern umherschweifend, entdeckt man, was man schon immer lesen wollte oder worauf man nie gekommen wäre.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2006
Aus seiner herzlichen Abneigung gegen Festschriften macht Johannes Willms keinen Hehl. Kein Wunder, zeichnen sie sich seines Erachtens doch dadurch aus, "dass Fachleute für Fachleute zu Ehren eines Fachmanns fachlich über Fachliches schreiben." Das Produkt solchen Schaffens findet Willms im allgemeinen ziemlich öde. Da bildet vorliegender Band zu Ehren von Dieter Klein für ihn keine Ausnahme, auch wenn er offiziell nicht das Label "Festschrift" trägt. Die Beiträge von einundvierzig meist jüngeren Wissenschaftlern zu Buchkunst, Leselust und Bibliotheksgeschichte scheinen Willms reichlich akademisch und hölzern. Immerhin attestiert er dem Band eine "hübsche Pointe": bei dem Geehrten handelt es sich nicht um eine der üblichen Großkoryphäen des Wissenschaftsbetriebs, sondern um einen Ausleihbibliothekar der Heidelberger Universitätsbibliothek. Diese Idee jedenfalls hat Willms sehr gefallen. An den seinem Urteil nach biederen und trockenen Abhandlungen des Bandes ändert das allerdings nichts.
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