Mit einer Lageskizze. Den Kulten des kaiserzeitlichen Sparta hat sich die religionsgeschichtliche und althistorische Forschung bislang kaum zugewendet. Welche der gut neunzig Heiligtümer Spartas, die Pausanias im 2. Jahrhundert vermerkt, spielten im öffentlichen Leben dieser Zeit eine wichtige Rolle, welche nicht? Welche Götter verehrte man in welchem Ausmaß, mit welchen Riten? Wie war das kultische Leben überhaupt organisiert? Diese und weitere Fragen, die bisher noch nicht einmal gestellt worden waren, werden in dem Buch von A. Hupfloher hauptsächlich anhand der epigraphischen Quellen beantwortet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2001
Karl Christ stellt eine althistorische Dissertation vor, die Grundlagenforschung in Bezug auf die aktiven Kulte der römischen Kaiserzeit betreibt. Das besondere Augenmerk der Autorin habe dabei der geschlechtsspezifischen und religionssoziologischen Fragestellung gegolten, schreibt Christ: Hupfloher habe herausgefunden, dass der Demeterkult ausschließlich von Frauen, der Kaiserkult wiederum nur von Männern ausgeübt wurde, während die meisten anderen aktiven Kulte von Priestern beider Geschlechter versehen wurden. Die Studie zeichnet sich durch eine klare und strenge Logik sowie Material- und Kenntnisreichtum aus, lobt der Rezensent. Manchmal erscheint ihm die Autorin zu vorsichtig, indem sie Gegenargumente schon vorweg nimmt und diskutiert. Unbestreitbar ein Grundlagenwerk, meint Christ, und doch lasse sich über eine solche Arbeit die tatsächlich gelebte und gefühlte Religiosität des Einzelnen in jener Epoche kaum ergründen.
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