Jena Center. Geschichte des 20. Jahrhunderts, Vorträge und Kolloquien Band 5. Die Verbindung von Begriffsgeschichte und historischer Deutung des 20. Jahrhunderts ist ein zentrales Thema der Arbeiten von Anson Rabinbach. Als Kenner der politischen Kultur- und Geistesgeschichte Europas deckt er die historischen Phänomene und intellektuellen Denkmuster auf, die sich hinter Begriffen wie Totalitarismus, Genozid und Antifaschismus oftmals verbergen. Dabei verweist er auf deren bis heute fortwirkende ambivalente Funktion: Die Begriffe konzeptualisieren nicht nur zentrale historische Ereignisse, sie prägen als politische Kampfvokabeln die historische Deutung des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Erst nach der Jahrtausendwende, so eine These Rabinbachs, lässt sich die ambivalente Geschichte dieser Begriffe angemessen historisieren - und damit das Jahrhundert selbst. In einem ausführlichen Gespräch denkt der amerikanische Historiker über die Rolle nach, die der Ideengeschichte beiderseits des Atlantiks beigemessen wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2009
Einen begeisterten Eindruck macht Tim B. Müller in seiner knappen Kritik von Anson Rabinbachs Buch "Begriffe aus dem Kalten Krieg". Das darin enthaltene "biografische Gespräch", in dem der Autor nicht nur lebensgeschichtliche Anekdoten preisgibt, sondern bis zu den "Wurzeln" der "intellectual history" dringt, lobt der Rezensent nachdrücklich. Zugleich zeigt er sich sehr beeindruckt von Rabinbachs Analysen von drei zentralen Begriffen des letzten Jahrhunderts - Totalitarismus, Antifaschismus, Genozid -, anhand derer er für Müller überaus überzeugend die Konjunktur von Ideen demonstriert.
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