Mit 13 Abbildungen. Innerhalb des Umbruchs der altständischen Lebenswelt seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts bündelten sich in der Geschichte des neuartigen Deutungsmusters Liberalismus ganz unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen der Zeitgenossen. Aus der quellennahen und systematischen Gegenüberstellung der Ursprünge und Wandlungen von liberalisme, Liberalismus, liberalismo und liberalism in Frankreich, Deutschland, Italien und England ergibt sich die Vielgestaltigkeit des Phänomens: Mit dem historisch-semantischen Vierländervergleich trägt die Arbeit über begriffsgeschichtliche Unterscheidungsmerkmale zu einer Typologie epochenspezifischer Liberalismen im europäischen Kontext bei. Das Werk wurde ausgezeichnet mit dem Forschungspreis des Deutschen Historischen Instituts London 1998 und dem Wolf-Erich-Kellner Gedächtnispreis der Friedrich Naumann-Stiftung 1999.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2002
Nicht weniger als eine Pionierstudie stellt dieser Band für unseren Rezensenten dar. Ein Buch über den Liberalismus, so Eckart Conze, das Maßstäbe setzt für jede weitere Beschäftigung mit dem Thema. Als Ausgangspunkt der "magistralen Studie" sieht Conze den Wunsch des Autors, Dieter Langeswiesches Wort von den Liberalen, die die Welt verändern wollten, zu differenzieren: "Liberale wollten zu je unterschiedlichen Zeiten eine je unterschiedliche Welt verändern." Von hier aus entwickelt der Autor seine vergleichende Untersuchung der historischen Semantik von Liberalismus im 19. Jahrhundert und seine Vorstellung eines homogenen Liberalismus. In der komparatistischen Perspektive der Arbeit erkennt Conze die Chance, "semantische Sonderwege" zu identifizieren: Wie in Frankreich aus dem Oppositionsbegriff "liberal" ein Zentralbegriff der Juli-Monarchie wurde, wie der Begriff im Deutschland der Metternich-Ära wiederum vom antirevolutionären zum Oppositionsbegriff sich wandelte, und wie Liberalismus in England für ein politische Kultur der Kontinuität stehen konnte. Dass der Autor "diese politische Diskursanalyse" zurückzubinden versteht an die sozialisatorische Frage nach den Trägergruppen des Diskurses, ist für den Rezensenten ein weiteres Plus der Untersuchung.
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