Verklärung als heimlicher Schlüsselbegriff in Kunst, Religion und Philosophie der Moderne. Wie verhält sich unser alltägliches Verständnis von Verklärung als Überhöhung und Beschönigung zur religiösen Verklärung, die eine Verherrlichung und Verwandlung in Herrlichkeit bezeichnet? Und warum ist insbesondere die biblische Geschichte von der Verklärung Christi auf dem Berge in unserem kulturellen Bewusstsein nicht präsenter? Wer diesen Fragen nachgeht, stößt auf eine Begriffsgeschichte, die sich im Spannungsfeld von theologischen Reflexionen über Kreuz und Herrlichkeit, künstlerischen Programmen zur "Verklärung der Wirklichkeit" und philosophischen Aneignungen und Umwertungen vollzieht. Sie führt von Luther und Raffael über die Barockdichterin Greiffenberg und weiter über Goethe, Wagner und Nietzsche bis in unsere Gegenwart. Und diese Geschichte wird durch einen vergleichenden Blick auf die russische und amerikanische Kultur und die Bedeutung der Transfiguration Christi dort noch deutlicher. Sichtbar wird auf diese Weise nicht nur eine Verwandtschaft von Verklärung und Aufklärung, sondern auch, wie das Verhältnis zur Verklärung, Verherrlichung und Herrlichkeit in unserer Lebenseinstellung zum Ausdruck kommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2021
Für den Rezensenten Karlheinz Lüdeking setzt Markus Kleinerts Buch über Verklärung mit seinem enormen Quellenreichtum neue Maßstäbe. Staunend liest der Rezensent, wo überall und wie sich vorübergehende bzw. endgültige Verklärung, so die beiden Kategorien des Autors, in Philosophie, Kunst und Religion manifestieren. Als Begriffs- und Diskursgeschichte der Verklärung kann er das Buch nur empfehlen, bietet es doch vertraute Autoren und Texte wie auch weniger bekannte. Weniger reichhaltig scheint dem Rezensenten der visuelle Aspekt im Buch behandelt. Verklärung in Grafik, Zeichnung oder Skulptur kommt bei Kleinert ebensowenig vor wie die Warenästhetik, deren Wirkung laut Rezensent doch unbedingt mit Verklärung zu tun hat.
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