Anthony Burgess

Clockwork Orange

Die Urfassung. Roman.
Cover: Clockwork Orange
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783608939903
Gebunden, 350 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrich Blumenbach. Alex ist Anführer einer Londoner Jugendbande und begeisterter Beethoven-Fan. Seine Gang lebt in einem trostlosen Vorort und benutzt eine eigenwillige Sprache, einen von russischen Brocken durchsetzten Slang. Ihr Leben dreht sich um Schlägereien mit anderen Gangs, Raubüberfälle und Vergewaltigungen. Alex Eltern kriegen ihn nicht in den Griff, denn er hat keinerlei Respekt vor ihnen. Aber auch Alex Freunde sind mit ihrem Anführer nicht mehr zufrieden. Bei einem ihrer Raubzüge lassen sie ihn im Stich und die Polizei nimmt ihn fest. Wegen Mordes wird er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, bekommt aber eine letzte Chance: Ein neuartiges Experiment soll ihn zu einem guten Bürger umerziehen. Der große Roman von Anthony Burgess über Gut und Böse, über Freiheit und Zwang in neuer Übersetzung der ursprünglichen Fassung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014

Der hier rezensierende Autor Andreas Maier nutzt die Gelegenheit, um ein bisschen aus seiner Kindheit und seinen ganz persönlichen Alex-Momenten zu erzählen. Zur Neuausgabe von Anthony Burgess' Roman fällt ihm ein, dass er das Buch mehr schätzt, es nicht weniger Drive hat als der Film, nur leider in der Neufassung ein recht spießiges Ende. Maier hält das Buch einfach für Kunst, auch wenn mancher darin nach Rat gegen eine horrormäßig brutalisierte Alltagskultur suchen mag (wirklich?). Auch Moral sucht Maier lieber nicht in dem Buch (auch wenn sich das anbietet, wie er einräumt), macht er ja bei Tarantino auch nicht. Dass es jetzt ein Nadsat-Glossar gibt, verbucht er aber als Gewinn.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2014

An Aktualität hat weder das Vokabular des Textes noch sein Inhalt für Michael Schmitt verloren. Dass Ulrich Blumenbach (der Übersetzer von David Foster Wallace) sich nun des Skandalbuchs annimmt, stimmt den Rezensenten neugierig. Und er wird nicht enttäuscht. Blumenbach aktualisiert das Nasdat, jene von Anthony Burgess erdachte Kunstsprache sinnigerweise, um neue Jargon-Wendungen, wie "null problemo. Dass er darüber hinaus besonders an den Widersprüchlichkeiten der Hauptfigur interessiert ist, scheint Schmitt gleichfalls ein Gewinn. Das neu hinzugekommene abschließende Kapitel, das ursprünglich dem englischen Leser vorbehalten war, lässt ihn hingegen verstört zurück: Alex söhnt sich mit der Gesellschaft aus. Schreckliche Vorstellung, fürwahr.
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