Der 1891 als Hellmuth Herzfeld in Schmargendorf geborene Künstler John Heartfield hat sein Werk schon früh in den Dienst seiner politischen Überzeugung gestellt. Als KPD-Mitglied galt sein Interesse der Arbeiterschaft, seine künstlerische Arbeit widmete er ihrer Bildung und Aufklärung. Das Gesamtwerk von John Heartfield ist beeindruckend: neben politischen Karikaturen gestaltete er hunderte von Büchern, Buchumschlägen und Zeitungen. Er war Verleger, unterrichtete und kuratierte Ausstellungen, sogar im Film versuchte er sich. 1933 floh Heartfield vor den Nationalsozialisten zunächst nach Prag, dann nach London. 1950 kehrte er in die DDR zurück. Heartfields Leben war selbst eine Montage. Sein Gesamtwerk ist bisher noch nicht zu seinem Leben und den politischen Ereignissen in Bezug gesetzt worden. Das Buch des Kunsthistorikers Anthony Coles schließt diese Lücke.
Die eher klassischen Fotomontagen von John Heartfield erinnern Hans-Joachim Müller an eine Zeit ohne Photoshop, als Montage noch ein ehrliches Gewerbe war, wie der Rezensent schreibt. Erkennt er in den frühen Arbeiten Heartfields schon nicht immer den feisten Göring und die anderen Nazischergen wieder, so scheinen ihm Kommentar und Anhang des Herausgebers Anthony Coles bei der Betrachtung der Nachkriegscollagen schließlich unverzichtbar. Was fällt Müller noch auf? Dass Heartfield vielleicht doch kein ganz großer Künstler war. Aber auch, dass kritisches Engagement einmal durchaus von schöner Eindeutigkeit sein konnte.
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