Aus dem Englischen von von Heinz Feldmann. Ein Literatur-Verlag und parapsychologische Séancen bilden den Hintergrund für die Handlung des Romans: Der erfolgreiche, aber mysteriöse Reiseschriftsteller T. T. Waring, dessen wirkliche Identität nicht einmal seinem Verlag bekannt ist, kommt, wie in einer spiritistischen Sitzung angekündigt, plötzlich auf eine zweifelhafte Weise zu Tode. Die Bemühungen um eine Biografie entblättern langsam seine wahre Existenz. So wird "What's Become of Waring" (1939) zu einer ironischen Beschreibung des Zustands der englischen Gesellschaft nach dem Münchner Abkommen und in der Zeit unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg, einer Gesellschaft, die geprägt ist von Unsicherheit, Täuschung und Selbsttäuschung.
Eine Wiederentdeckung, die dem Rezensenten Thomas E. Schmidt besonders zusagt: Anthony Powells Roman, zuerst 1939 erschienen, handelt von einem literarischen Phantom-Phänomen, das Schmidt durchaus an Thomas Pynchon erinnert. Ein Lektor ist der Erzähler und er ist nicht nur wegen der Suche nach Autor T.T. Waring froh, seine Londoner Heimat verlassen zu können, auch Eheprobleme und die Lust auf alkoholgeschwängerte Abenteuer tragen dazu bei. Schmidt liest hier von Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, aber auch von den Erfahrungen Powells im Literaturbetrieb und von sich langsam auflösenden starren Geschlechterrollen. Bezüge zur heutigen Zeit kann wer will problemlos herstellen, meint er. Eine so sarkastische wie spaßige "Typenlehre", urteilt der Kritiker.
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