Mary Horlock

Das Geheimnis von Little Sark

Roman
Cover: Das Geheimnis von Little Sark
Oktopus Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783311706014
Gebunden, 352 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Birgit Salzmann. Nicht mehr als fünfhundert Seelen wohnen auf Sark, der wildesten und unberührtesten Insel im Ärmelkanal. Autos gibt es hier nicht, dafür das wohl kleinste Gefängnis der Welt. Sark eilt der Ruf voraus, dass hier nie auch nur irgendwas passiert. Doch als 1933 an der zerklüfteten Küste die ordentlich gefalteten Kleider eines Mannes und einer Frau gefunden werden, ohne dass irgendwer jemanden vermisst, steht Sark bald auf den Titel seiten der Zeitungen. Die zweiundzwanzigjährige Phyllis Carey hat gerade erst aus Gründen, über die sie nicht spricht, ihren Job bei einem Verlag in Southampton hingeschmissen und ist hierher zurückgekehrt. Warum nicht als Korrespondentin von dem Fall berichten?, schlägt ihre Mutter vor, und so macht sich Phyll auf die Suche nach der Wahrheit. Kann es Zufall sein, dass auch Everard Hyde genau jetzt wieder hergekommen ist, Phylls Freund aus Kindertagen, der zehn Jahre zuvor von einem Tag auf den anderen von der Insel verschwand? Erinnerungen an die mysteriösen Ereignisse von damals kehren zurück; verborgene Geheimnisse fordern ihren Tribut. Und dann wird eine Leiche aus den Fluten geborgen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.07.2025

Einen Krimi jenseits von Klischees legt Mary Horlock laut Rezensentin Sylvia Staude hier vor. Der Ausgangspunkt ist ein realer Fall aus dem Jahr 1933, zwei nackte Leichen werden in der Nähe der kleinen britischen Kanalinsel Sark gefunden, lesen wir. Es entstehen bald Spekulationen über die Todesursache, Horlock baut um diese Episode eine Geschichte, die auch viel mit Sark und der kleinen Nebeninsel Little Sark zu tun hat: Orte, die für ihre Bewohner ihrer exponierten Lage wegen gefährlich sind und auf denen gelegentlich von Geistererscheinungen berichtet wird. Staude begegnet hier zahlreichen Figuren, darunter Phyll und Everard, die beide auf der Insel aufgewachsen sind, Everard kehrt in der Romanhandlung dorthin zurück und scheint etwas über die Angelegenheit zu wissen. Auch eine ironische Erzählstimme tritt auf, die sich insgesamt eher für die weibliche Seite des Personals interessiert: Frauen, die oft unter gewalttätigen Männern leiden. Nicht alles wird erklärt in diesem schönen Buch, schließt die Rezensentin, der gefällt, wie Horlock hier eine Krimierzählung fernab der Konventionen entwirft.

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