Am Beispiel von zwölf heute hoch gehandelten Künstlern, darunter Emil Nolde, Max Beckmann und Paul Klee, wird die Marktstellung der Klassischen Moderne sowie ihre kulturpolitische und wirtschaftliche Situation im In- und Ausland beleuchtet. Zentral ist dabei die Frage, wie sich die nationalsozialistische Aktion "Entartete Kunst" auf den Handel mit der Avantgarde in Deutschland nach 1933 auswirkte und welchen Einfluss die nationalsozialistische Kunstpolitik auf die Preisstrukturen der verfemten Künstler nahm. Die Untersuchungsergebnisse geben auf der Grundlage zumeist erstmals ausgewerteter Quellen einen detailreichen Überblick über den Kunsthandel im Nationalsozialismus. Auf der Basis der vorliegenden Marktanalyse können Fragen nach der Angemessenheit eines erzielten Preises beantwortet werden, die auch in aktuellen Diskussionen um die Restitution von Kunstwerken von Bedeutung sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2012
Für Julia Voss öffnet Gesa Jeuthes Studie über die Preisentwicklung der modernen Kunst zwischen 1925 und 1955 ganz neue Perspektiven der Kunstgeschichte, und sie freut sich, dass die Frage nach dem Preis von Kunstwerken nicht länger allein für den Kunstmarkt von Interesse ist. Die Autorin, die das Studium der Kunstgeschichte mit dem der Betriebswirtschaftslehre kombiniert hat, untersucht hier mit dem Instrumentarium der Betriebswirtschaftslehre, wie sich das Preisniveau der von den Nazis als "entartet" diffamierte Kunst von zwölf Künstlern insbesondere seit 1933 bis zum Ende des Krieges entwickelt hat, und kommt zu überraschenden Ergebnissen, wie die Rezensentin feststellt. Entgegen gängiger Überzeugung blieben die Preise für Kunstwerke der Moderne nämlich stabil, stiegen zum Teil sogar, weiß Voss zu berichten. Das korrigiert nach Ansicht der Rezensentin nicht nur die Annahme, dass Sammler oder Produzenten moderner Kunst per se in Opposition zum Nationalsozialismus standen. Zugleich bietet Jeuthes Buch auch eine neue Basis für Restitutionsverfahren, wenn es um die Frage nach dem angemessenen Preis für Kunstwerke geht, meint Voss.
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