Ausgewählt und aus dem Russischen übersetzt von Peter Urban. Mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann. Vor der Kulisse des winterlichen Russlands der Zarenzeit wird die Geschichte der kleinen Hündin Kaschtanka erzählt, die sich verlaufen hat. Sie wird von einem Zirkusdompteur aufgenommen, in dessen Wohnung wunderliche Dinge passieren. Am Ende findet Kaschtanka glücklich zu ihren Besitzern zurück.
Kindergeschichten - also Geschichten, die extra für Kinder geschrieben wurden - sind das eigentlich nicht, informiert Rezensent Klaus Doderer, sondern einfach frühe Kurzgeschichten von Tschechow, der aber ohnehin der Auffassung gewesen sei, man sollte nicht speziell für Kinder schreiben. Und so ist es auch hier: Einigen Geschichten fehlt es nicht an Humor, aber über vielen liegt auch Ernst und Traurigkeit, schreibt Doderer, "Tschechows nachdenkliche Auffassung von der Undurchsichtigkeit des Lebens steckt ebenso in dieser Sammlung wie die Schilderung von glücklichen Momenten." Illustriert ist das Buch mit Schwarzweißzeichnungen von Tatjana Hauptmann, die eher die heitere Seite der Erzählung betont, erfahren wir noch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2005
"Witzig und leicht" geht es nur in wenigen Geschichten in Anton Tschechows Kinderbuch "Kaschtanka" zu, berichtet Rezensentin Sonja Zekri, hat es aber trotzdem sehr gerne gelesen. Denn Tschechow wäre eben nicht Tschechow, "wenn er seine Figuren nicht ebenso im wohlhabenden Bürgertum fände wie in der Gosse". Folglich handeln die Geschichten von unglücklichen Waisenkindern, die verzweifelte Briefe an den Großvater schicken, Kutschern, die vor lauter Einsamkeit mit ihrem Pferd sprechen, Jungen, die zu spät zum Arzt gehen und wahrscheinlich ihren Arm verlieren. "Kindheit, das ist bei Tschechow kein behütetes Aufwachsen, sondern ein Überlebenskampf im Kleinen, nach Kinderregeln, mit Kinderängsten", meint die Rezensentin. Häufiger als ein fröhliches Ende wird man also ein "realistisches" bis "lakonisches" finden. Und nicht zuletzt seien auch die Kinder selbst bisweilen kleine Monster.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…